Review

Der Bandname lautet kurz und knapp MoE, doch dafür ist der Albumtitel deutlich ergiebiger: „Examination Of The Eye Of A Horse“ heißt das gute Stück der aus Oslo stammenden Psycho-Rocker. Die Jungs und das Mädel sind bekannt für ihren schrillen Mix aus Rockbombast mit langem Arm und psychedelisch dissonanten Post Stoner-Rockparts. Klingt nicht nur massig, ist es auch.

MoE machen die Hörer mürbe. Die Band drückt direkt auf den Nerv und dank langer Parts bleibt es über die gesamte Platte hinweg anstrengend.

Nehmen wir den ersten Track „Reals of Refuge“, der an Macht kaum übertroffen werden kann, ist es gerade die instrumentale Monotonie, die den Hörer in einen Strudel zieht und mitreißt. Stonerlastig beginnend, wird es im nächsten Part ziemlich postig. Schon jetzt zeigt sich ein droniger Charakter in MoEs Musik. Die Band wiederholt meist 1 bis 2 verschiedene Parts nacheinander und lullt den Konsumenten auf diese Weise immens ein.

Eine große Rolle spielt dabei die Frontfrau Guro Skumsnes Moe. Durch ihren sehr rauchigen Gesang in Kombination mit viel Theatralik in der Stimme gewinnen die Songs an Tiefe und „Verrücktheit“. Ein Festmahl für den Liebhaber extrovertierter Frontfrauen.

Wer denkt, dass „Examination Of The Eye Of A Horse“ jetzt die ganze Zeit so klingt, liegt falsch, denn „Paris“ wartet mit Blastbeats und mastodonschen Stilmitteln auf, die den Hörer in die Ecke katapultieren. Ein röhrender Bass, psychedelische Gitarrenriffs, die oftmals dissonant daherkommen, ergeben einen so abgefahren Mix, dass man sich nach dem ersten Durchlauf wirklich fragt, was man da gerade gehört hat.
„Wild Horses“ bringt noch einmal den Psychedelic-Charakter zum Vorschein. So etwas nenne ich ausdrucksstark und intensiv.

MoE (Copyright: MoE)

Das Gleiche kann man auch vom Sound der Platte behaupten. Natürlich muss Stoner etwas rotzig klingen und MoE sind diesbezüglich ziemlich zerstörerisch unterwegs. Die langgezogenen Stücke haben reichlich Energie – und das bei nur drei Musikern. Hut ab!

Wenn es etwas zu bemängeln gäbe, wären es die teilweise holprigen Übergänge. Das kommt zum Glück selten vor und fällt daher nicht nennenswert ins Gewicht.

Somit können MoE mit „Examination Of The Eye Of A Horse“ absolut überzeugen. Ihren aggressiven Noise Stoner platzieren sie im dunkelsten Eckchen eurer Seele. Eine gute Band für Freunde des Andersseins. Unbedingt reinhören!

Video

Trackliste

01 Realm Of Refuge
02 Saccades And Fixations
03 Paris
04 Wild Horses
05 Doll’s Eyes
06 Letters of Pliny

Details

MoE – Facebook

Label: Conrad SoundWallace Records
Vö-Termin: 14.10.2016
Spielzeit: 35:17

Copyright Cover: Conrad Sound / Wallace Records



Über den Autor

Marcus