Review

Nachdem das Trio Model Kaos bereits mit der EP „Fire + Ice“ die Neugier auf neues Material geweckt hat, ist es nun so weit: das inzwischen dritte Album, „Phoenix“ betitelt, wird auf die Hörerschaft losgelassen.

Mittels elf Songs entführen uns Model Kaos in die Welt des tanzbaren düsterromantischen Synthpop.
Stilistisch streift man aber zudem den Futurepop sowie den Sound der guten alten 80er Jahre, die hier wunderbar modernisiert wurden. Hin und wieder klingt diesbezüglich Depeche Mode heraus.

Den Fans des Projekts werden die Songs „The Fire“ und „Dreams“ bekannt vorkommen, denn diese präsentierten die Würzburger schon auf ihrer EP. Auch auf dem neuen Album fügen sie sich mit ihrem dichten, atmosphärischen Sound in das Gesamtwerk gut ein.

Vor allem „The Fire“, zu dem bereits ein Videoclip veröffentlicht wurde, weiß in jeder Hinsicht zu überzeugen; er stellt ein absolutes Highlight auf „Phoenix“ dar. Mitreißende Electrobeats, die auch eine gewisse harsche Note besitzen, wummern aus den Boxen und leiten den Song ein, der sich in seinem Verlauf insbesondere durch eine eingängige Melodie auszeichnet. Der Titel hat hymnenhafte Züge, sodass er dafür prädestiniert ist, ein Clubdauerbrenner und Tanzflächenfüller zu werden.

Model Kaos (Copyright: Model Kaos)

Model Kaos (Copyright: Model Kaos)

Im starken Kontrast dazu steht „Dreams“. Verzerrte elektronische Elemente begleiten den anfangs dunklen, eindringlichen Gesang, der sich phasenweise wiederum den helleren Tönen zuwendet. Der Track als solcher macht einige Veränderungen mit, sodass neben den Gesangsvariationen auch mit verzerrten Backingvocals, Spracheinlagen und Breaks aufgetrumpft wird. Abwechslung wird hierbei großgeschrieben und doch fällt der Titel durch seine Vielseitigkeit nicht aus seinem vorgegebenen Korsett.

Beide Songs, „The Fire“ und „Dreams“, stehen mit ihren Unterschieden außerdem stellvertretend für die weiteren Songs, die auf „Phoenix“ anzutreffen sind. Denn mal liefern Model Kaos sanfte, elegische Titel ab, mal geben sie ein wenig mehr Gas und bieten treibende Beats, die auch die Härte der EBM berücksichtigen. Mit diesen Kontrasten zimmert man das Album zusammen und bietet dadurch ein gesundes Maß an Abwechslung.

Der Song „The Master“ birgt zwar auch einen angenehmen, dichten Sound, wirkt aber recht eintönig und langweilig.
Insgesamt ist auf „Phoenix“ nicht alles Gold, was glänzt. Durchaus gibt es einige Highlights, die sehr lange im Ohr bleiben und den Hörer umgehend – sowohl emotional als auch körperlich durch schwingende Tanzbeine – mitreißen. Es sind aber auch einige Titel vertreten, die vielleicht nicht gerade als Lückenfüller bezeichnet werden können, mit den Stärken der erwähnten Highlights jedoch auch nicht mithalten. Somit bleibt „Phoenix“ von Model Kaos für Genre-Fans eine immer noch empfehlenswerte Veröffentlichung, die zwar nicht mit allen Songs gleichermaßen gefallen kann, trotzdem eine solide Leistung beherbergt.

Video

Tracklist

01 New Age
02 Running
03 Open Waters
04 Love is a Castle
05 Dreams
06 In the Deep
07 The Master
08 The Fire
09 Winter without You
10 Living a Lie
11 Phoenix

Details

Model Kaos – Homepage
Model Kaos – Facebook

Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 27.08.2014
Spielzeit: 63:37

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde