Review

Feinsten Synth Wave aus Frankreich gibt es mit dem zweiten Album der beiden Damen Hélène und Amandine auf die Ohren, die sich unter dem Namen Minuit Machine formieren und ihre Hörer auf „Violent Rains“ zwischen Fragilität und Tanzbarkeit ihrer insgesamt zehn Songs pendeln lassen.

Besonders sticht dabei jedoch nicht unbedingt die Musik hervor, bestehend aus einer dichten Synthpop-Basis, der Elemente und Atmosphäre von Cold und Dark Wave beigemischt werden, sondern vor allem die gesangliche Darbietung Amandines. Ihre verhältnismäßig tiefe Stimme bildet einen gelungenen Kontrast zu dem stellenweise kühlen Electro-Fundament und verpasst dem Duo einen hohen Wiedererkennungswert.

Nehmen Minuit Machine in ihren Songs auf „Violent Rains“ mal das Tempo raus, so zum Beispiel in „The Earth“, nimmt sich ebenfalls der Gesang mit dunklem Timbre zurück, wird leiser, weicher und beinahe zaghaft. Der Songthematik entsprechend bauen sich Stimmungen auf, die zuweilen melancholisch, dann wieder hoffnungsvoll und tröstend anmuten. Anders als im Genre üblich, setzen die Mädels nicht nur auf eingängige und tanzbare Songs mit Hit- und Clubpotenzial, sie spielen zudem mit unterschiedlichen Emotionen und versehen die Titel dadurch teilweise mit einer Tiefe, die dazu verleitet, sich nicht nur rein musikalisch und zum Vergnügen mit der hier präsentierten Musik auseinanderzusetzen, sondern auch einen genaueren Blick auf die Songtexte zu werfen.

Minuit Machine (Copyright: Minuit Machine)

Minuit Machine (Copyright: Minuit Machine)

Die Tiefgründigkeit der Tracks wird soundtechnisch durch eine Dichte der Klanglandschaften unterstützt.
Halleffekte, sphärisch wirkende, lang gezogene Synthies und eine solide Portion Minimalismus zeichnen oftmals die ruhigen Titel aus, während treibende Beats, helle Electro-Klänge und an 80er Jahre angelehnte Synthie-Effekte (zum Beispiel in „Battles“ schön und modern integriert) den temporeicheren Songs Drive und Dynamik verleihen.

Prinzipiell könnte man daher jeden Titel von „Violent Rains“ als Anspieltipp benennen, denn ob Opener „June 7“, das zur Synthpop-Hymne avancierende „Battles“, das eher lässige „Everlasting“ oder das schon in den Strophen starke „Honey“, die Songs wissen umgehend zu begeistern und mitzureißen. Ein mehrmaliges Hören wird nicht nur zur Pflicht, sondern auch zur Kür. Genre-Fans greifen daher zu.

Video

Tracklist

01 June 7
02 Battles
03 Everlasting
04 Black Is My Anger
05 Relapse
06 Inner Self
07 The Earth
08 Honey
09 Famous Or Dead
10 She Devil (2015)

Details

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Label: No Emb Blanc / Genetic Music
Vö-Termin: 09.10.2015
Spielzeit: 41:59

Copyright Cover: No Emb Blanc



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde