Review

Was einem auf „Drowner’s Dance“ entgegenbrettert ist eine Mischung aus Metal und elektronischen Vibes. Minority Sound selbst betiteln ihren Stil als Cyber Metal, was bei dieser Mischung aus Synthis, Beats aus dem Industrial und harten Riffs durchaus gerechtfertigt ist.

Und bereits zu Beginn wird man in „Whip Him Good“ mit diesem Sound konfrontiert. Die Drums kicken den Rhythmus sofort nach vorne und umgehend findet sich der Titel in besagtem Industrial wieder. Beim Refrain darf man sich über die Rave-Melodien freuen, die immer mal wieder auf „Drowner’s Dance“ auftauchen.

Wie zum Beispiel in „1000 Years“, welches durch den eingängigen Gebrauch der Metal-Formel zudem noch gut ins Ohr geht. Aber nun raus aus dem Club und hinein in die Epik. Mit den dazugehörigen Streicherensembles steuern Minority Sound ihrer Platte auch diesen Faktor bei. Wobei man sagen muss, dass diese epochalen Tracks die Erwartungen noch weiter steigern können, es sei denn, es geht um Songs wie „Come Hell“, die mit mehr Dynamik an den Streichinstrumenten beeindrucken als nur langatmige Noten von sich zu geben.

Ab einem gewissen Zeitpunkt verliert „Drowner’s Dance“ zunehmend die Richtung. Anfängliche Elektronik wird von einem epischen Sound mit einer Menge Atmosphäre abgelöst. Stellenweise versucht man beide Elemente auch zu verbinden, aber eins von beiden zieht leider immer den Kürzeren. Nach dem gemächlichen „Generation Z“ geht es dann mit „Hate Calclation“ wieder in die Vollen und auch wenn die knartschenden Synthis dem harten Riffing entgegenwirken, handelt es sich hierbei dennoch um einen mitreißenden Titel.

So eine Verbindung genrefremder Stilmittel bildet heutzutage ja schon lange keine Ausnahme mehr. Bei Minority Sound ist hier auch hörbar eine gewisse Experimentierfreudigkeit vorhanden, aber das Ganze flasht nicht so ganz, wie die Intention dieses Album zu vermitteln versucht. Vielmehr bietet „Drowner’s Dance“ eine Menge musikalische Unterhaltung durch das Zusammensetzen der Einflüsse und catchigen Melodien. Dem Hörer wird eine Menge abverlangt, wenn er nach so poppigen Beats abrupt auf gewaltige Klangwände treffen muss.

Minority Sound (Copyright: Minority Sound)

Minority Sound (Copyright: Minority Sound)

Da bleibt man auch öfter an den kraftvollen Metal-Parts hängen, die dank der Produktion zudem ordentlich die Trommelfelle zerbomben. Und wenn man sich dann in einem Rave wiederfinden darf, geht das in Ordnung, so lange er sich gut anhört. Oben drauf bieten auch die Vocals mit verschiedenen Techniken zwar keine Innovation, aber genügend Variationen.

Wenn es zum Hörgenuss kommt, so kann „Drowner’s Dance“ durchgehend punkten, es sprengt allerdings jegliche Grenzen, die sich dem Sound in den Weg stellen. Ansprechender Gebrauch der Instrumente, atmosphärische Streicher und Elektronik für die Energie – Minority Sound sollte man hiermit die Chance geben, sich Gehör zu verschaffen.

Anspieltipps:
1000 Years / Hate Calculation / Drowner’s Dance / Come Hell / Epidemic Hystery

Video

Trackliste

01 Whip Him Good
02 Last Day On Earth
03 1000 Years
04 Epidemic Of Hystery
05 Freezing Oceans
06 Generation Z
07 Hate Calculation
08 Drowner´s Dance
09 First Day On Earth
10 Come Hell

Details

Minority Sound – Homepage
Minority Sound – Facebook

Label: MetalGate Records
Vö-Termin: 08.06.2015
Spielzeit: 40:00

Copyright Cover: MetalGate Records



Über den Autor

Christopher