Review

1994 gestartet, sind Mills im Jahr 2018 schließlich als Duo und im Umfeld des Dark-/Synthpop angekommen. Den Ist-Zustand nach ihren bisherigen Besetzungs- und Stilwechseln verewigen die beiden Köpfe und Gründungsmitglieder von Mills – Alexander Steiner (Gitarre, Synth) und Walter Glatz (Gesang, Synth) – auf ihrem aktuellen Album „monochrome“.

Die darauf zu findenden acht Songs leben vor allem von ihrer Atmosphäre, erzeugt insbesondere durch die Konzentration auf das Wesentliche. Dabei trifft Lethargie auf Melancholie und Emotionalität; an einigen Stellen geben sich Mills sogar in all ihrer Darkwave durchzogenen (und im positiven Sinne zu verstehenden) Tristesse tanzbar.

Inspiriert von Sounds aus den 80ern, 90ern und der Gegenwart kreieren die beiden Musiker eine synthpoppige Melange, die auf der einen Seite kühlen, entschleunigten Electro offenbart, auf der anderen Seite mit härteren Gitarrenriffs ein wenig Wärme und Dynamik in das musikalische Geschehen bringt. Letzteres ist auch notwendig, denn obschon die stimmungsvollen, düsteren Titel zum Träumen und Genießen einladen, laufen jene gleichzeitig Gefahr, auf Albumlänge allzu schnell zu monoton und dadurch zu abwechslungsarm zu wirken. Somit brechen gerade Songs wie „Neon“ oder „Edge“ diese drohende Monotonie gelungen auf; es hätten davon allerdings durchaus noch gerne mehr ihren Platz auf „monochrome“ finden können.

Mills (Copyright: Mado Tyrol)

Förderlich ist allerdings die Songanordnung auf „monochrome“. So starten Mills mit „Train To Berlin“ verhältnismäßig temporeich in das Album, übertrumpfen sich selbst aber mit den weiteren eingängigen Songs „A Little More“ und „Lost“, bis schließlich ein neuer Höhepunkt mit dem bereits erwähnten „Neon“ gefunden wird. Ähnlich verhält es sich mit der zweiten Hälfte des Silberlings, sodass die traurig-schöne Grundstimmung von „monochrome“ zwar stets beibehalten wird, die Hörer aber nicht in die Verlegenheit gebracht werden, zu sehr abzuschweifen oder Mills‘ Musik nur als Hintergrundbeschallung wahrzunehmen. Dennoch bleibt der Eindruck bestehen, dass „monochrome“ noch weitaus intensiver hätte ausfallen können, denn obwohl ausreichend Atmosphäre und Emotionalität (vor allem auch durch die warme, gefühlvolle Gesangsstimme) gegeben sind, wirken die Songs oft trotzdem zu verhalten.

Fans von melodiebetontem Dark Pop sei „monochrome“ jedoch durchaus ans Herz gelegt; ein Konsum unter Kopfhörern empfiehlt sich außerdem.

Video

Tracklist

01 Train To Berlin
02 A Little More
03 Lost
04 Neon
05 New World
06 Wish
07 Edge
08 Border

Details

Mills – Facebook

Label: Echozone / Bob-Media
Vö-Termin: 16.02.2018
Spielzeit: 40:36

Copyright Cover: Echozone



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde