Review

Die mittlerweile zum Sextett herangewachsene Band M.I.GOD. um Sänger Max Chemnitz hat sich dem „Sophisticated Metal“ verschrieben, teilte sich schon die Bühnen mit den Großen des Genres und konnte durch Talent überzeugen.

Teil 1 eines konzeptionell verbundenen Zweiteilers

Mit überwiegendem Klargesang veröffentlicht die Band aus Nürnberg mit „Specters On Parade“ nun den ersten Teil eines konzeptionell verbundenen Zweiteilers.

Die sechs Bandmitglieder verstehen sich gut darauf, Fiktion mit einer Prise Authentizität zu verbinden, um mit den vorliegenden 21 Tracks (davon 13 Songs plus 7 Intro-Scenes) ein starkes und vor allem rundes Konzept abzuliefern, das thematisch über Verluste handelt, „die das Leben aufzubürden vermag, den Willen des Menschen zu testen und ihm die richtigen Entscheidungen abzuverlangen, um zu überstehen.“ Quasi eine moderne Adaption des tragischen Homer-Helden Sisyphos.

Klangvolle Geschichte, die Emotionen erfahrbar macht

Wie Chemnitz erklärt, beschreibt das Album demnach musikalisch und textlich eine Parabel des menschlichen Willens.

Der Hörer wird durch eine klangvolle Geschichte geführt, bei der er sich in die Rolle des Protagonisten versetzen und Gefühle wie Angst, Verlust, Wut, Irrglaube und prinzipiell das gesamt Spektrum an menschlichen Gefühlen erleben kann.

„Titans Of The Void“, „Atelier Macabre“, „Tears Of Today“ und „Weight Of A Million Souls“ sind diesbezüglich gute Repräsentanten für das Auf und Ab der menschlichen Seele und laden dazu ein, mittendrin statt nur dabei zu sein.

M.I.GOD. (Copyright: M.I.GOD.)

Kleine Kritik

Einzelne Songs wirken in der gesamten Abfolge des Albums jedoch etwas deplatziert. Ebenso fällt die als Bonustrack angefügte Covernummer des Stückes „I Feed You My Love“ (im Original als ESC Beitrag aus dem Jahr 2013 von der Electro-Pop Künstlerin Margaret Berger bekannt) – wenngleich gut gemacht und mit eigener Handschrift versehen – scheinbar unwillkürlich aus dem Konzept heraus.

Fazit

Davon abgesehen muss hier das Prädikat „empfehlenswert“ verliehen werden.

Das Durchhaltevermögen von Max Chemnitz, Uli Holzermer, Dan Heß, Mick Steger, Dodo Schmitt und Eric Wunderlich hat sich mehr als bezahlt gemacht.

Denn „Specters On Parade“ ist lohnenswerter, voluminöser Metal „made in Germany“.

Video

Tracklist

01 Vertigo
02 The Solitary Ghost
03 Tongues Of Poison
04 We All Belong To The Dark
05 Embracing The Neon
06 Titans Of The Void
07 The Sleeping Cruelty
08 Atelier Macabre
09 Specters On Parade
10 Sonata In Tenebris (Interlude I)
11 Tears Of Today
12 What’s Your Favorite Scourge?
13 Chances
14 The Call
15 Weight Of A Million Souls
16 Cluster (Interlude II)
17 Bound To A Daydream
18 Between The Devil And The Deep Blue Sea
19 The Threshold
20 Terminus: Life
21 I Feed You My Love (Bonustrack)

Details

M.I.GOD. – Homepage
M.I.GOD. – Facebook

Label: Fastball Music / Soulfood
Vö-Termin: 15.02.2019
Spielzeit: 66:51

Copyright Cover: Fastball Music



Über den Autor

Daggy
Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.