Review

Als Newcomer bezeichnet die Presseinfo die Band Meloco aus Nürnberg. Angesichts ihrer bisherigen ausgiebigen Aktivitäten, darunter Supportauftritte für Emil Bulls, Grave Digger und Lacrimas Profundere sowie eine eigens kreierte Stadionhymne für die Thomas Sabo Ice Tigers, und der Tatsache, dass das Quintett in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen feiert, scheint der Begriff Newcomer für die Herren mittlerweile kaum mehr aktuell.

Denn was sie auf dem Kasten haben, und dass sie sich damit mit Szenegrößen durchaus messen lassen können, zeigt nun ihr neues Album „Roots“.

Eine Reise durch die Genres der Musikwelt

So beschreibt der Pressetext das musikalische Geschehen auf „Roots“.

Wie die eingangs erwähnten Supportauftritte für eine illustre Schar an Bands diverser Genres schon andeuten, überrascht ein etwaiges Crossover der Band nicht. Und so vereinen Meloco Elemente unterschiedlicher Stile auf homogene Art und Weise miteinander. Metal trifft auf Stadionrock-Sequenzen, Trap Music und Hip-Hop-Passagen auf Pop-Nuancen.

Durch diesen hohen Grad an Abwechslung sind den Songs nicht nur Radiotauglichkeit, Livequalität und Dauerrotation zu bescheinigen, sondern ebenso eine breite Hörerschaft sicher.

Diese trifft auf insgesamt 14 Songs, von denen jeder etwas für sich hat. Vor allem stechen aber die guten und eingängigen Melodien hervor.

Aktivitäten am Mikro

Gleichzeitig wird der Hörer bei aller Euphorie aber auch schnell merken, dass die von Meloco gebotene stilistische Abwechslung nicht nur vorteilhaft, sondern auch nötig ist. Der Grund dafür ist der eher wenig facettenreiche Gesang. Stimmlich wird somit wenig variiert – und wäre auf musikalischer Ebene die Bandbreite an Eindrücken nicht derart hoch, wie sie nun einmal ist, würde das Album durch die Gesangsperformance doch schon bald zu monoton erscheinen.

Vielleicht ist dies der Band sogar bewusst und ein Grund dafür, dass sich in den Titeln „Insomniac“ und „Believe“ Verstärkung ans Mikro geholt wurde, ohne zu verschweigen, dass die Gastauftritte von (ESC-Vorentscheid- und The Voice-Kandidatin) BB Thomaz und Theresa Blank den Tracks sehr gut zu Gesicht stehen und den Abwechslungsreichtum des Albums einmal mehr verdeutlichen.

Ein Ausflug in die Beliebigkeit

Meloco (Copyright: Meloco)

Und um diesen auch noch einmal selbst zu unterstreichen, findet sich mit dem Song „Meilenweit“ die erste Meloco-Komposition mit ausschließlich deutschem Text auf dem Album wieder. Für die Vielfalt von „Roots“ sicherlich förderlich, verliert sich der Titel jedoch in der Masse an Deutschrock-Songveröffentlichungen, sodass die Band damit eher beliebig als innovativ klingt.

Etwas differenzierter hätte zudem der Sound in manchen Songs ausfallen können, da einige der doch darin eingebundenen zahlreich vorhandenen Details zu oft in der energiegeladenen, druckvollen Breitseite untergehen.

Fazit

Nichtsdestotrotz rangieren Meloco mit „Roots“ in der oberen Punkteregion unserer Bewertung und kratzen durch ihre stimmige Variationsbereitschaft und mit nur wenigen Abstrichen an der Höchstpunktzahl vorbei. Positiv sehen: Was auf „Roots“ schon so großartig klingt, kann in Zukunft ja nur noch getoppt werden.

Video

Tracklist

01 Knockout
02 Social Cannibal
03 Wonderland
04 Meilenweit
05 Out of the void
06 Into the light
07 Lost but never forgotten
08 Insomniac (feat. BB Thomaz)
09 One
10 Let me violate you
11 Roots
12 Believe (feat. Theresa Blank)
13 Back to the roots
14 A tiger from the start

Details

Meloco – Homepage
Meloco – Facebook

Label: Boersma Records / Edel Germany GmbH
Vö-Termin: 26.04.2019
Spielzeit: 42:45

Copyright Cover: Boersma Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde