Review

Ein an klassische Horrorsoundtracks erinnerndes Intro eröffnet den Song „Zombieland“ auf dem gleichnamigen, neuen Album von Megaherz. Sobald der Gesang einsetzt, bleibt dieser Klang zwar erhalten, rückt aber in den Hintergrund. Dafür schallt nun primär „klassischer“ Megaherz-Sound aus den Boxen, wobei sich die Band durchaus weiterentwickelt hat. Bereits „Zombieland“ ist sehr komplex aufgebaut, wird aber von einer durchgehenden Melodie durchzogen, was für einen stimmigen Gesamteindruck sorgt. Ein knackiger, mit Samples aufgepimpter Instrumentalteil in der zweiten Hälfte rundet das Geschehen ab. Durch den extrem eingängigen Refrain ist schon dieser erste Track der Scheibe ein ziemlicher Ohrwurm.

Das nun folgende Lied „Himmellsstürmer“ ist vom Aufbau her recht spannend. Denn obwohl es sich um einen dynamischen Titel mit vielen temporeichen Momenten handelt, vermittelt er insgesamt einen balladesken Eindruck, was sicherlich am Text, nicht zuletzt aber an immer wieder sehr genial integrierten, ruhigen Passagen liegt.

Eine waschechte Ballade ist das anschließende Stück „Für immer“. Diese klingt ein wenig poppig, lediglich in den dynamischeren Momenten wird sie schön kantig. Davon abgesehen handelt es sich allerdings um einen wundervollen Song, der durch regelmäßige Tempowechsel nicht langweilig wird. Gegen Ende nimmt der Song noch einmal ordentlich an Fahrt auf, wodurch „Für Immer“ eine insgesamt interessante Entwicklung durchläuft.

Schön ruppig startet der Track „Unter Strom“. Nach einem kurzen instrumentalen Intro mausert sich dieser Titel zu einem zunächst recht unmelodischen Stück, welches nur im Refrain überraschend melodisch daherkommt. Aber gerade dieser ruppige, strukturlose Eindruck, der zu Beginn entsteht und sich wie ein roter Faden durch den gesamten Track zieht, ist es, was „Unter Strom“ so gut macht. Denn die bereits im Intro verwendeten, „wirren“ Gitarrenklänge ziehen sich durch den gesamten Song und sorgen so doch noch für ein stimmiges Gesamtpaket. Ein sehr spannender Titel, der auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig wird.

Megaherz (Copyright: Stefan Heilemann / heilemania.de)

Megaherz (Copyright: Stefan Heilemann / heilemania.de)

„Frei“ bildet den Abschluss dieser Platte und startet – wie schon der Opener – mit schön integrierten, klassisch anmutenden Sounds, die sich hervorragend mit dem eigentlichen Song verbinden. Man könnte „Frei“ als Powerballade bezeichnen, denn Megaherz zeigen sich nochmals von ihrer ruhigen Seite, jedoch nicht ohne auf dynamische Momente zu verzichten. Insgesamt ein schöner Abschluss für dieses Album.

Mit „Zombieland“ beweisen Megaherz eindrucksvoll, dass sie sich weiterentwickelt haben. Dabei haben auf dieser Scheibe verstärkt balladeske Songs Einzug gehalten, wodurch die Scheibe insgesamt ein wenig gemütlicher wirkt. Es gibt aber nach wie vor genügend Songs, bei denen die Band „amtlich die Sau raus lässt“, was zu einem sehr ausgewogenen Gesamtverhältnis führt.

Gesamt betrachtet ist „Zombieland“ also ein stimmiges und wohlklingendes Album, welches vor allem durch den gebotenen Abwechslungsreichtum nicht so schnell langweilig wird.

Video

Tracklist

01 Zombieland
02 Himmelsstürmer
03 Für Immer
04 Roter Mond
05 Wir könnten Götter sein
06 Lieblingsfeind
07 Fanatisch
08 Schwarzer Engel
09 Unter Strom
10 Gegen den Wind
11 Hurra wir leben noch
12 Frei

Details

Megaherz – Homepage
Megaherz – Facebook

Label: Napalm Records
Vö-Termin: 24.10.2014
Spielzeit: 49:41

Copyright Cover: Napalm Records



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.