Review

Wie aus einer anderen Zeit und doch zeitlos – so klingen MCFdM (Mattia Caroli & I Fiori del Male) auf ihrem Debütalbum „Fall from Grace“.

Auf zwölf Songs pendeln die Italiener zwischen Country, Blues („Blues man“), britpoppigen Tönen (u.a. „Leave me alone“) und Beatles-ähnlichen Klängen („The song of the highest Tower“) und finden dabei doch ihren ganz eigenen Stil.

Und weil scheinbar auch in Italien das Sprichwort bekannt ist, dass in der Kürze die Würze liegt, fallen die Spielzeiten ihrer Tracks sehr kompakt und griffig aus. Zwischenstücke wie das instrumentale „Running around“ dauern gerne auch mal nur 56 Sekunden an, doch auch wenn sich MCFdM die Möglichkeit einräumen, die Titel mit Gesang zu füllen, fassen sie sich nie allzu lang. Am Stück gehört, wirkt „Fall from Grace“ somit und durch eine gewisse Lässigkeit sehr kurzweilig.

Diese sorgt zudem dafür, dass – ob man sich mit dem Stil der Band nun anfreunden kann oder nicht – unweigerlich mitgerissen wird. Eine deutliche Spielfreude ist zu vernehmen und auch die Dynamik der einzelnen Songs weist packende Momente auf.

Blechblas-, Saiten-, Schlag-, Tasteninstrumente, eine Mundharmonika oder das reine menschliche Pfeifen und mehr kommen bei MCFdM zum Einsatz – genug Mitglieder für eine derlei reichhaltige Instrumentierung hat das Projekt mit sieben Mann starker Besetzung ja.

MCFdM (Copyright: MCFdM)

Manchmal passiert in einem Song aber zu viel, um sich auf Details konzentrieren oder den betreffenden Titel als stimmiges Ganzes wahrnehmen zu können. Sobald sich die Band jedoch wieder auf das Motto „weniger ist mehr“ besinnt, können die Tracks überzeugen und auch Genre-Fremde durchaus für sich gewinnen.
Die große, breite Masse werden MCFdM jedoch nicht ansprechen. Zu speziell, zu „indie“, zu „retro“ (und für die meisten zu Trompeten-lastig) fällt ihre zwar in sich schlüssige, aber sehr eigensinnige Stilkombination aus.

Video

Tracklist

01 Ballad of evil
02 Ain’t she the Queen?
03 The song of the highest Tower
04 Blues man
05 Last refuge
06 Sad dark shadow
07 In the summer
08 Running around
09 Saturday morning
10 A secret at night
11 She seemed to be crying
12 Leave me alone

Details

MCFdM – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 21.10.2016
Spielzeit: 35:40

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde