Review

Auf seinem dritten Soloalbum „Grand Delusion“ profitiert Matt Boroff von seiner langjährigen Erfahrung im musikalischen Bereich. Wieder einmal zu erwarten sind daher qualitativ hochwertige Produktionen, erdige Riffs und der gewisse Hang zum Düsteren.

Im Herzen des Albums findet sich dies alles immer wieder im Rock zusammen. Doch drumherum gibt es immer wieder viele Einlagen aus der Moderne, aber auch aus den 80ern und 90ern. Jedoch klingen diese älteren Einflüsse nie allzu überholt. Vielmehr nutzt Boroff sie als Ergänzung seiner Songs.

Zudem kommt noch eine ansprechende, aber dennoch sehr raue Stimme zum Einsatz. In den etwas zwielichtigen Ecken von „Grand Delusion“ spiegelt sie sogar ebendieses Gefühl von Beklemmung wider, während der Zuhörer melodisch um den kleinen Finger gewickelt wird. Was jedoch nicht heißen soll, dass nicht auch mal gerne über die Stränge geschlagen wird. Erst dann entfremdet sich Boroffs Organ so richtig und von der Einfühlsamkeit bleibt nicht mehr viel übrig.

Natürlich darf auf „Grand Delusion“ die eine oder andere Ballade nicht fehlen. Ganz nett anzuhören ist dabei der leichte Western-Einfluss wie in „Siren Song“. Dadurch klingt alles nicht ganz so weichgespült und Matt Boroff bewahrt einen festen Sitz im Sattel.

Matt Boroff (Copyright: Matt Boroff)

Matt Boroff (Copyright: Matt Boroff)

Nach dem ersten Durchlauf der Platte wird so mancher Verfolger von Boroffs Musik dann doch die etwas finstere Art des älteren Materials vermissen. Natürlich praktiziert er diese Vorgehensweise auch auf dem aktuellen Album, aber nicht annähernd so intensiv. Einzig „What A Shame“ scheint stellenweise daran zu erinnern.

Ebenfalls hat man das Gefühl, dass nicht das volle Potenzial aus dem einen oder anderen Titel herausgeholt wurde. Entweder zünden die Songs sofort, oder es fehlt das gewisse Etwas, was Boroff mit einem eher gängigen Stilmittel ausfüllt.

Rückblickend betrachtet wird mit „Grand Delusion“ dennoch so gut wie alles richtig gemacht. Matt Boroff stellt sein Können im Songwriting unter Beweis und dabei heraus kommen Stücke, die neben ihrer musikalischen Vielfalt und dem leichten Hang zur Extreme die Hörerschaft jedes Mal direkt ansprechen.

Video

Trackliste

01 Grand Delusion
02 Pipe Dream
03 What A Shame
04 Behind Your Mask
05 Hang On
06 Modern Plagues
07 Dissolve
08 Thirst
09 Siren Song
10 Strange Mirror Of Black

Details

Matt Boroff – Homepage
Matt Boroff – Facebook

Label: Panta R&E
Vö-Termin: 30.09.2016
Spielzeit: 40:04

Copyright Cover: Panta R&E



Über den Autor

Christopher