Review

In den gewaltigen Weiten des Kosmos können wir doch nicht die einzigen sein, oder? Wenn es nach „Preemptive Space Warfare“ geht, hoffen wir lieber, dass es so ist. Mastication Of Brutality Uncontrolled lassen nicht nur mit ihrem logopädischen Bandnamen, sondern auch mit ihrem Debüt ein Ungetüm auf die Menschheit los. Eins der wohl überraschendsten Erzeugnisse, was aus dem Raum Slam und Brutal Death Metal zutage tritt, abgerundet mit einer Portion xeno-technischer Ungestümheit.

Zunächst geht es mit dem Intro und zugleich Titeltrack „Preemptive Space Warfare“ noch entspannt los. Ein bisschen Chug-Chug Riffs zum Aufheizen und um den Nacken schon mal locker zu machen. Und während der letzte Ton verhallt, geht es auch schon los mit „Mother Earth Abortion“. Doublebass, die zu keiner Zeit stillzustehen scheint, eine Snare, die bis aufs Äußerste zertrümmert wird, und eine unglaublich dynamische Arbeit an den Saiteninstrumenten.

Mastication Of Brutality Uncontrolled schaffen es, die Ohren mit catchigen Melodien zu ködern, um sie gleich darauf komplett zu zersprengen. Es ist an manchen Stellen wirklich viel, was da an Geräuschkulisse auf einen zukommt, aber durch eine sehr ausbalancierte Produktion gehen die Töne der Gitarren nicht in der gewaltigen Wut des Schlagzeugs unter.

Passend zu Halloween gibt es mit „Milkyway Mass Collision“ dann noch ein paar ordentliche groovige Slam-Parts. Obwohl man sagen muss, dass diese aufgrund ihrer Vorhersehbarkeit nicht gerade ein Highlight des Albums sind. Da hätte man ruhig ein wenig mehr überraschen können.

Mastication Of Brutality Uncontrolled (Copyright: Mastication Of Brutality Uncontrolled)

Mastication Of Brutality Uncontrolled (Copyright: Mastication Of Brutality Uncontrolled)

Dabei gibt es so viel Wahnsinn, den man für sich nutzen könnte. Auch in den Vocals, wo wie zu erwarten unmenschliche Organe die Hauptrolle spielen. Manchmal dreht man hier auch absolut durch, was dann für besonders viel Unterhaltung sorgt.

Soundtechnisch erinnert die Platte immer wieder mal an Bands wie Cerebral Paralysis, kombiniert mit psychopathischen Ansätzen à la 7 H. Target; nur noch mit mehr Catchiness weitab menschlichen Verständnisses.

Mastication Of Brutality Uncontrolled liefern mit ihrem Album einiges ab. Obwohl der Brutal Death Metal Anteil hochgehalten wird, kristallisiert sich doch hin und wieder etwas Kreativität heraus. Deshalb ist es eine Platte, die eben nicht nur stumpf gegen die Wand läuft, sondern auch mal etwas innehält, um sich mit Rhythmus und Spieltechniken andere Mittel und Wege zu suchen, sie zu durchbrechen.
Definitiv eine Empfehlung für all jene, die akustisch komplett zerstört werden wollen, aber auf ein bisschen musikalische Romantik davor bestehen. Intergalaktische Zersetzung vom Allerfeinsten.

Anspieltipps:
Mother Earth Abortion / Life-Form Adoption / Orbital Coprses / New Space Order / Human Rescources

Video

Trackliste

01 Preemptive Space Warfare
02 Mother Earth Abortion
03 Brutal Laser Devastation
04 Milkyway Mass Collision
05 Life-Form Adoption
06 Human Resouces
07 Prophecy Of The Apocalypse
08 Orbital Corpses
09 Infrastructure Destruction
10 New Space Order

Details

Mastication Of Brutality Uncontrolled – Facebook

Label: Rotten Roll Rex
Vö-Termin: 31.10.2015
Spielzeit: 34:18

Copright Cover: Rotten Roll Rex



Über den Autor

Christopher