Review

An ihr viel gelobtes Album „Fight The System“ von 2014 wollen Massive Wagons mit ihrem neuen Output „Welcome To The World“ anknüpfen und präsentieren auch darauf mittels zehn Songs ihren energetischen und vor allem abwechslungsreichen Hardrock, der von Blues- über AOR- bis hin zu Pop-Punk-ähnlichen Anleihen einiges vorzuweisen hat.

In dem Opener „Nails“ legt man dann auch schon gleich vielversprechend los. Mit einer Härte, die einer Band wie Metallica zu „Load“- und „ReLoad“-Zeiten in nichts nachsteht, gibt man eine Richtung vor, die nicht nur einen perfekten Einstieg in das Album markiert, sondern zudem hohe Erwartungen und Neugier auf das Kommende weckt. Bevor „Welcome To The End“ jedoch voranschreitet, genießt man erst einmal die Entladung des Eröffnungstracks im eingängigen Refrain, der beweist, dass wohl niemand so schön und mitreißend das Wort „fuck“ in einen Song platzieren kann wie Massive Wagons es hier tun. „Nails“ bleibt somit sofort im Ohr und drängt zum Drücken der Repeattaste. Und das, obwohl ein unnötiger Tempobreak eingeschoben wurde, den der flotte Titel eigentlich nicht gebraucht, sondern stattdessen besser die Geschwindigkeit permanent aufrechterhalten hätte.

The Darkness-artig eingängig schließt sich „Tokyo“ an, der jedoch durch seine – im Vergleich zu „Nails“ – fast schon poppige Ausrichtung eher glattgebügelt und einfach erscheint.

Der unbeschwerte, fröhliche Unterton des Titeltracks erinnert schließlich entfernt an Pop-Punk Bands und zeigt die starke amerikanische Prägung der Briten Massive Wagons.

Radiotauglich geht es mit dem Groover „Ratio“ weiter, welcher der Platte an dieser Stelle ein wenig Entschleunigung einbringt. Groovy bleibt es auch in „Shit. Sweat. Death“, allerdings mit starkem Blues-Touch versehen. Tempo, partiell auch das Riffing sowie Phasen der Melodie bergen Ähnlichkeiten zur Dynamik und zum Aufbau des Sweet Titels „The Ballroom Blitz“.

Massive Wagons (Copyright: Massive Wagons)

Massive Wagons (Copyright: Massive Wagons)

Nach dieser schnellen Partie täuschen Massive Wagons mit „The Day We Fell“ eine Ballade an, nur um kurz darauf unvermittelt Gas zu geben.

Mittlerweile ist der Hörer aber an dem Punkt von „Welcome To The World“ angekommen, an dem die Tracks etwas belangloser und highlightlos wirken.
Sobald man dann noch mit „Aeroplane“ meint, sich stellenweise im Pearl Jam Song „Alive“ zu befinden, scheint es auf dem Album auch an Kreativität und Eigenständigkeit abzunehmen. Solide, aber nicht mehr so stark, wie zuvor einige Male gezeigt, liefern Massive Wagons die zweite Hälfte ihres Werks ab.

Durch den modern gehaltenen Sound von „Welcome To The World“ ist das Album der Band aber für Jung und Alt ein Hören wert. Genre-Fans, die es abwechslungsreich und eingängig mögen, machen hier nichts falsch.

Video

Tracklist

01 Nails
02 Tokyo
03 Welcome To The World
04 ratio
05 Shit. Sweat. Death
06 The Day We Fell
07 Fighting Jack
08 Jodie
09 Aeroplane
10 Fee Fi Fo Fum

Details

Massive Wagons – Homepage
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Label: Off Yer Rocka / Cargo
Vö-Termin: 29.04.2016
Spielzeit: 46:13

Copyright Cover: Off Yer Rocka



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde