Review

Chaos regiert die Welt, so auch auf „Remain Dystopian“.
Ob Filme, Comics oder in der Musik – Dystopien sind immer ein gutes Thema. Jeder kann damit etwas anfangen und findet es meistens interessant. Mit ihrem kompromisslosen Grindcore und Noise-Elementen reißen Maruta das Trommelfell auseinander. Vollgepackt mit 17 Songs zeigen sie uns auf „Remain Dystopian“, wie der Hase läuft.

Der Stil von Maruta kann genauer als Mix aus Grindcore und Death Metal mit viel dissonantem Noise bezeichnet werden. Die Riffs sind größtenteils nicht eingängig, dafür aber recht interessant. Manche, wie das Opening Riff zu „Genocide Interval“, erinnern an Suicide Silence, nur eben schneller.

Das ist auch gleich das treffende Adjektiv. Die Jungs sind verdammt fix, gerade die Blastbeats sind auf Misery Index Niveau. Dazwischen gibt es den einen oder anderen Groove, doch größtenteils hört man Blastbeats in Verbindung mit Trommelwirbeln oder abgehackten Parts.
Das gilt auch für die Gitarren. Regelrecht froh, kann man sein, wenn ein Riff mal beständig bleibt und der Hörer dadurch ein bisschen in den Song reinkommt. „Hope Smasher“ bietet diesbezüglich einen guten Mittelteil. Ansonsten geht es dem Hörer wie auf dem „Demonocracy“-Album von Job for a Cowboy, wo einem alle 20 Sekunden nach dem Motto „hier, nimm und friss!“ ein neuer Part vorgesetzt wird.
Auf Dauer ist das ziemlich stressig, im Grindcore jedoch keine Seltenheit. Dennoch wären ein paar linearere Parts sehr ratsam gewesen. Dafür arbeiten Maruta oftmals mit Hintergrundgeräuschen, die die Songs ein wenig interessanter wirken lassen.

Versteht mich hier nicht falsch. Die Songs sind gut, aber in der Masse steht nicht jeder für sich selbst, sondern es ergibt sich ein gewisser Einheitsbrei. Das könnte an der Kürze der Tracks liegen.

Auf „Remain Dystopian“ finden sich noch zwei Special Guests wieder, darunter JR Hayes von Pig Destroyer im Song „Erode“ und Herr Lindberg von At The Gates in dem Song „Stride Endlessly Through Scorched Earth“.
„Erode“ könnte daher in seiner Art auch auf einer Pig Destroyer Platte anzutreffen sein, denn gewisse Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Der Lindberg-Song besitzt ab der Mitte sogar eine rockige Komponente, die den Titel – in Verbindung mit den Gitarren Pinches – innerhalb der Platte ziemlich einzigartig macht. Definitiv solltet ihr euch diesen anhören.

Maruta (Copyright: Janette Valentine)

Maruta (Copyright: Janette Valentine)

In die gleiche Kerbe schlägt „Psalm For The Withered“. Durch pure Energie und Gewalt ist man einfach nur noch geplättet. Die Death Metal Karte wird hier ganz gut ausgespielt, wenn auch ziemlich modern, aber doch eingängig. Das Riffing ist dementsprechend etwas nachvollziehbarer und bildet den perfekten Einstieg zum Doom-Song schlechthin.

„Retun To Zero“ erinnert stark an alte Ulcerate Platten. Mit 2:58 Minuten ist jener auch der längste Song der Schreibe, da er einfach Raum zum Atmen benötigt. Ein grandioser Track, der zeigt, dass die Jungs auch anders können.

Stimmlich kann man auf „Remain Dystopian“ übrigens alles Bekannte erwarten. Wenn ihr Bands wie Napalm Death oder eben Pig Destroyer kennt, dann könnt ihr euch genau darauf freuen. Vielleicht mit ein wenig mehr Variation.

Fazit: Maruta machen auf ihrer neuen Platte nicht viel falsch. Allerdings ist „Remain Dystopian“ ein Album für Fans des Genres und nicht für die breite Masse. Grindcore in purer Form verlangt ziemlich viel vom Hörer ab und viele sind dadurch abgeschreckt. Ich kann jedem nur empfehlen, einmal rein zuhören und sich durchzuquälen. „Remain Dystopian“ ist eine ehrliche und natürliche Platte, die ohne Ecken und Kanten nicht auskommen würde.

Video

Trackliste

01 Genocide Interval
02 Hope Smasher
03 The Void Within
04 Minimal Progress
05 Protocol For Self Immolation
06 Absolutist
07 Stride Endlessly Through Scorched Earth
08 Submergence aka Barren Oceans Of Infinity
09 Erode
10 Stand In Defeat
11 Remnants Of Failed Utopia
12 The Usurper
13 Durandal
14 Psalm For The Withered
15 Retun to Zero
16 Slaying Jehova
17 Immune

Details

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Label: Relapse Records
Vö-Termin: 29.05.2015
Spielzeit: 27:39

Copyright Cover: Relapse Records / Alex Eckman-Lawn



Über den Autor

Marcus
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