Review

Jetzt bekommen die Hörer den >Zorn< von Maerzfeld zu spüren!

Die fünfköpfige Band Maerzfeld hat Anfang Oktober ihr viertes Album mit dem Titel „Zorn“ veröffentlicht. Dieses präsentieren sie zur Zeit auf ihrer Headliner-Tour.

Die PR & Marketingagentur CMM schreibt über die Band:

Noch konsequenter, direkter und mit ausdrucksstarken, tiefgründigen und selbstreflektierten Texten als Ansage leisten Maerzfeld ihren immer wichtiger werdenden Beitrag zu einer deutschsprachigen Musik, die auf ihrer Reise elegant über die Feldgrenze zwischen ergreifendem Rock und treibendem Industrial Metal mäandert, ohne in Wort und Klang auf dessen genretypische Dystopien zurückzuschauen.

Ob das Album dieser Aussage gerecht wird, klären wir im Folgenden.

So klingt der >Zorn<

Der Opener „Zorn“ wartet in den Strophen schon mit der typischen Genre-Härte auf. Synthesizer-Sound legt sich durch den gesamten Song wie ein Teppich unter die restlichen Instrumente. Sowohl der Gesang als auch die Art der Instrumentierung klingen im Refrain erstaunlich soft. Gegen Ende erklingt der Gesang kurz verzerrt, wird aber sofort wieder klar.

In „Ohrblut“ geht es inhaltlich darum, dass im Internet heutzutage vorrangig nur noch Belangloses zu sehen und zu hören ist. Die repetitive Verwendung des Wortes „Ohrblut“ mag dabei wohl einen Ohrwurm hervorrufen. Gegen Ende des Songs platzieren Maerzfeld einen kurzen Instrumentalpart, der sich aufgrund der Wiederholungen ins Hirn brennt.

Synthesizer-Sound leitet auch „Die Sünde lebt“ ein. Trotz der ernsten Thematik klingt der Titel sehr melodisch und fröhlich. Durch den eingängigen Refrain prägt sich der Song zudem schnell ein.

An Till Lindemann fühlt man sich durch den Gesang in „Schwarzer Schnee“ erinnert. Die Schwere und Traurigkeit des Textes wird hier durch die Instrumente gut umgesetzt.

Vorantreibender startet der Titel „Reich“, während die Strophen mit dem typischen Rock-Sound aufwarten. Partytauglich!

Harte Gitarrenriffs prägen auch „Bittersüß“, der durch die in den Refrains zu hörende Frauenstimme das gewisse Etwas verliehen bekommt.

Maerzfeld (Copyright: Maerzfeld)

Von einem Piano wird schließlich „Flammenhände“ eingeleitet. Der Song wirkt dennoch härter als die bisherigen Tracks des Albums, und das, obwohl das Klavier zwischendurch erneut zum Einsatz kommt und den Track verspielt klingen lässt.

Verspielt bleibt es auch in dem von Streichern und Synthesizer eingeleiteten Lied „Menschling“. Ausgedehnte Instrumentalparts prägen diesen Song. Indes sorgt der eingängige Text im Refrain dafür, dass auch dieser Titel relativ schnell im Ohr bleibt.

Den Abschluss des Albums bildet der Track „Zeig mir die Nacht“, ein Cover der Münchener Freiheit. Da die Instrumentierung hier jedoch einfach nicht mit dem Text harmonieren will, liefern Maerzfeld damit einen eher suboptimalen Rauswurf.

Fazit

Die Themenwahl der Texte ist breit gefächert. Auch an der Instrumentierung und am Gesang gibt es handwerklich nichts auszusetzen. Leider klingen die elf Songs alle ziemlich ähnlich und lassen das Album schnell langweilig werden.

 

Video

Tracklist

01 Zorn
02 Ohrblut
03 Die Sünde lebt
04 Schwarzer Schnee
05 Reich
06 Bittersüß
07 Einer wie alle
08 Flammenhände
09 Menschling
10 Die Welt reißt auf
11 Zeig mir die Nacht (Münchner Freiheit Cover)

Details

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Label: Südpol Music
Vö-Termin: 04.10.2019
Spielzeit: 43:23

Copyright Cover: Südpol Music



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem