Review

Mit „Till Death Us Do Part“ legen Lord of the Lost einen Abriss aus zehn Jahren Bandgeschichte hin, die sich sehen bzw. hören lassen kann.

Ein Rundum-sorglos-Paket

Neben der erhältlichen CD und Doppel-Vinyl, die neben Best-of-Stücken auch Raritäten und B-Seiten listet, finden sich in einer auf 1.000 Stück limitierten Version einer 4CD-Digibox zusätzlich noch Remixe und Demo-Versionen, die zum Teil in die Zeit von Chris Harms‘ Teenager-Dasein reichen und Songs umfassen, die den Weg eines „Lords“ bereits in jungen Jahren vorzeichnen.

Harms Annahme, dieser Einblick würde von Fans geschätzt, kann sicherlich geteilt werden, denn das sind Stücke, die in keiner Sammlung von „echten“ Fans fehlen sollten.

CD 01: Best-of

Und so eröffnet auf CD 01 der namensgebende Titel das Best-of und lädt mit insgesamt 19 Songs zu einer Zeitreise ein, die eine Entwicklung der Band von einer Idee zu dem, was sie heute sind, aufzeichnet.

Hits wie „Morgana“, „La Bomba“, „Six Feet Underground“, „Blood For Blood“, „See You Soon“, „Drag Me To Hell“, „Black Halo“, „Dry The Rain“ und „Full Metal Whore“ dürfen da natürlich nicht fehlen.

CD 02: Rarities

CD 02 hält mit 18 Raritäten so manche Überraschung bereit.

Besonders die Version „La Bomba“, die von Erk Aicrag und dem Schulz vertont wurde ist hervorzuheben, verpasst sie dem Song doch eine authentisch-witzige Note.

„One World No Future“ heizt dann so richtig ein und „Built To Break“, „This War“, „I.D.G.F.A.“ und „Trisma“ sind gute Repräsentanten für den Facettenreichtum der Hamburger.

CD 03: Remixes

CD 03 beinhaltet 18 Remixe, bei denen sich Szenegrößen die Klinke in die Hand geben.

So mischen unter anderem Solar Fake bei „Raining Stars“, Subway to Sally bei „See You Soon“, Staubkind bei „Die Tomorrow“, Unzucht bei „Afterlife Of Death“ und Stahlmann bei „Break Your Heart“ in ihrer ganz eigenen Art die Songs und drücken ihnen somit den eigenen Stempel auf.

Besonders interessant dabei sind die Interpretationen von Coppelius mit einer Piano-Vertonung von „Blood For Blood“ und Mono Inc. mit einer Orchester-Version von „Dry The Rain“, die Gänsehautpotenzial haben.

CD 04: Demos

Lord of the Lost (Copyright: Margo | Marija Golubovic)

CD 04 wartet schließlich noch mit 13 Demos auf, die bis ins Jahr 1997 zurückreichen.
Die tiefe und unverwechselbare Stimme eines Chris Harms ist dabei stets präsent.

Auch hier leitet eine Version von 2008 den albumgebenden Song „Till Death Us Do Part“ einmal mehr ein und macht die Sache rund.

„Dry The Rain“ ist in vorliegender, ebenfalls 2008er-Version dem Original doch schon sehr nahe.
„Seven Days Of Anavrir“ hat Streicher im Programm und zeugt schon 2004 von einer Experimentierfreude, die sich später etablieren sollte.
Und das ebenso erwähnenswerte „Heaven Holds A Place“ aus 1997 legt Zeugnis von den frühen Jahren des späteren Bandgründers ab.

Fazit

So schließt sich der Kreis einer Dekade „Lord of the Lost“ und veranschaulicht, wie sich Lord of the Lost innerhalb einer Dekade zu dem entwickelten, was sie heute sind: Eine nicht mehr wegzudenkende Größe in der Szene.

Mit Können, Kreativität, Witz, Charme und Experimentierfreude haben sich die Dunkel-Rocker aus Hamburg Schritt für Schritt und Stück für Stück ihren Platz an der Sonne erarbeitet. Verdient, möchte man meinen.

 

Video

Tracklist

CD 01 – Best Of
01 Till Death Us Do Part (2019)
02 Loreley
03 Morgana
04 Black Halo
05 Drag Me to Hell
06 In Silence
07 Raining Stars
08 Full Metal Whore
09 Dry The Rain (2014)
10 La Bomba
11 Six Feet Underground
12 Fists Up In The Air
13 Beyond Beautiful
14 Die Tomorrow
15 Blood For Blood
16 See You Soon
17 Sex On Legs
18 Prison
19 Break Your Heart

CD 02 – Rarities
01 One World No Future
02 Death Doesn‘t Kill You But I Do
03 Built To Break
04 The Most Radical Thing To Do
05 La Bomba – Versión Español (feat. Der Schulz & Erk Aicrag)
06 Do You Wanna Die Without A Scar
07 This War
08 When You‘re Asleep
09 Morsal
10 Another Sunny Day In Paradise
11 Take The Pain Away
12 I.D.G.A.F
13 One Day Everything Will Be Okay
14 Trisma
15 Words Of Sadness
16 Zillah
17 Marching Into Sunset (feat. Erk Aicrag)
18 Love In A Time Of War

CD 03 – Remixes
01 Raining Stars (SOLAR FAKE Remix)
02 La Bomba (Remixed by BLUTENGEL)
03 See You Soon (SVBWAY TO SALLY Remix)
04 Six Feet Underground (CHROM Remix)
05 Die Tomorrow (STAUBKIND Remix)
06 Afterlife Of Death (Afterlife Remix by UNZUCHT)
07 Blood For Blood (A LIFE DIVIDED Club Remix)
08 Break Your Heart (STAHLMANN Rebuild Mix)
09 666 Feet Underground (Six Feet Underground Remix by DEATH VALLEY HIGH)
10 Full Metal Whore (DOPE STARS INC. Remix)
11 Kill It With Fire (But Kill It Good – RABIA SORDA Version)
12 Sex On Legs (FORMALIN Club Mix)
13 Blood For Blood (Ein Walzer für Klarinette und Pianoforte by COPPELIUS)
14 La(tin) Bomba (Official Not Exactly Very Dark Remix)
15 Die Tomorrow (Swing Tomorrow Version by ROCKSIN)
16 Dry The Rain (Re-Encoded by MICHAEL JÜRGENS)
17 Dry The Rain (Remix by PcatchU)
18 Dry The Rain (Orchestra Version feat. MONO INC.)

CD 04 – Demos
01 Till Death Us Do Part (Demo 2008)
02 Dry The Rain (Demo 2008)
03 Sooner Or Later (Demo 2008)
04 Nothing Words Can Say (Demo 2008)
05 Not From This World (Demo 2008)
06 Fragmenting Facade (VAGUENESS version 2004)
07 Beyond Beautiful (VAGUENESS version 2004)
08 Seven Days Of Anavrin (VAGUENESS version 2004)
09 Angel7 (CHRIS HARMS Demo 2000)
10Revelation 777 (PHILIAE Demo 1999)
11 Heaven Holds A Place (PHILIAE Demo 1999)
12 Eclipsed By Eternity (PHILIAE Demo 1999)
13 Heaven Holds a Place (PHILIAE Demo 1997)
Super Sweet Surprise Bonus:
14. The Eyes Of Love Are Blind

Details

Lord Of The Lost – Homepage | Lord Of The Lost – Facebook | Lord Of The Lost – Twitter

Label: Out of Line Music
Vö-Termin: 09.08.2019
Spielzeit: 75:20 + 75:31 + 71:57 + 70:07

Copyright Cover: Out of Line Music



Über den Autor

Daggy
Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.