Review

Die Mehrheit der Songs von Lord Of The Lost zeichnete sich bisher vor allem durch Eingängigkeit, vordergründigen, facettenreichen und vor allem ausdrucksstarken Gesang, Emotionalität sowie epische Songstrukturen und -entwicklungen aus. Alles Faktoren, welche die Titel für sinfonisch-orchestrale Arrangements prädestinieren würden.

Einen ersten Eindruck, wie sich dies anhören könnte, lieferten die Hanseaten beim zweiten Gothic Meets Klassik Festival in Leipzig 2013. Inspiriert und begeistert von diesem Auftritt beschloss das Quintett, ein gesamtes Album in diesem Gewand einzuspielen. Hierzu nahm man sich 13 Songs aus der bisherigen Diskografie vor, arrangierte diese sinfonisch um und komponierte zusätzlich acht weitere neue Tracks, die ebenfalls als orchestrale Akustikversionen angelegt wurden. Das Ergebnis ist „Swan Songs“, ein Doppelalbum, das die ruhige Seite von Lord Of The Lost gelungen in Szene setzt.

Wie zu erwarten steht abermals der Gesang von Fronter Chris Harms im Vordergrund, während die teils bekannten, teils neuen Melodien hervorragend von Streichern und Piano aufgenommen werden. Dadurch wirken die Songs sehr intensiv und gefühlvoll. Gänsehautmomente sind vorprogrammiert, wozu auch die molllastigen Töne beitragen.

Eine wunderschöne Melancholie liegt damit über „Swan Songs“, das nicht nur für Fans einen Kauf wert ist. Vielmehr zeigen Lord Of The Lost, wie emotional Musik sein kann, die alle Genregrenzen einzureißen vermag. Wer also auch nur ansatzweise für opulente orchestral-sinfonische Songs ein offenes Ohr hat, der sollte sich nicht davon irritieren lassen, dass hier Dark Metaller und Gothic Rocker am Werke sind, sondern Probehören und sich von der Stimmung und dem Bombast der Musik überwältigen lassen.

Lord Of The Lost (Copyright: Lord Of The Lost)

Lord Of The Lost (Copyright: Lord Of The Lost)

Gerade Fans der Band haben natürlich den Vorteil, die hier vorzufindenden Tracks des ersten Silberlings mit den ursprünglichen Versionen aus der Bandgeschichte von Lord Of The Lost vergleichen zu können. Dabei wird deutlich, dass die Handschrift von Lord Of The Lost auch in diesen balladesk wirkenden Inszenierungen klar erkennbar ist. Gleiches gilt für die neu komponierten Songs der zweiten CD, welche die Stärken der Band ebenfalls veranschaulichen. Ein starkes Songwriting und brillante, berührende Melodien kommen auch hierbei zum Vorschein, sodass man beide Rundlinge gerne auf Repeat stellen möchte.

Während uns eventuell derzeit noch das winterliche Wetter aufs Gemüt schlägt, gibt es doch nichts Schöneres, als Seele und Herz gestreichelt zu bekommen. Und das schafft „Swan Songs“ ohne Probleme. Darüber hinaus sind die Tracks derart zeitlos, dass sie jede Jahreszeit mit ihren Klängen bereichern.

Trailer

Tracklist

CD 01
01 Six Feet Underground (Swan Songs Version)
02 Dry The Rain (Swan Songs Version)
03 Beyond Beautiful (Swan Songs Version)
04 See You Soon (Swan Songs Version)
05 Go To Hell (Swan Songs Version)
06 Antagony (Swan Songs Version)
07 Love In A Time Of War (Swan Songs Version)
08 October 29 (Swan Songs Version)
09 Prison (Swan Songs Version)
10 Till Death Us Do Part (Swan Songs Version)
11.Afterlife (Swan Songs Version)
12 Sober (Swan Songs Version)
13 Credo (Swan Songs Version)

CD 02
01 Porcelain
02 Lost In A Heartbeat
03 Annabel Lee
04 So Good It Hurts
05 This Life Divided
06 The Sands Of Time
07 If Johnny Cash Was Here
08 Somewhere

Details

Lord Of The Lost – Homepage
Lord Of The Lost – Facebook
Lord Of The Lost – Twitter

Label: Out of Line Music
Vö-Termin: 20.03.2015
Spielzeit: 59:31 + 34:00

Copyright Cover: Out of Line



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde