Review

Lazer/Wulf ist eine experimentelle, überwiegend instrumentale Metal/Rock Band aus Georgia. Nach diversen Veröffentlichungen kommt jetzt die neuste Platte mit dem interessanten Namen „The Beast of Left and Right“. Die Band setzt hier auf progressive Strukturen und Math-Rock-Elemente. Für den metallischen Teil greifen Lazer/Wulf auf ihre Thrash-Wurzeln zurück.

Besonders wenn Lazer/Wulf ihre Riffs gerade mit diesem Thrash Metal Muster schmücken, gehen die Songs gut nach vorne. So hat man neben den verdrehten Ausschweifungen doch ein paar gute Momente des Kopfnickens. Und auch in „A Conflict of Memory“ bekommt man ein paar schöne Impressionen des progressiven Rock.

Neben vielen atmosphärischen Teilen bietet die Band stellenweise auch sehr interessante Tonabfolgen, die sich weit von dem 08/15 Riffgewitter abheben.

Spannend, zumindest für den experimentellen Part der Platte, wird es ab „Twelve Leaps Over The Triple Trap“. Zu hören gibt es hier diese typisch abgehackten Rhythmen, über die ein Ohrwurm Tapping-Riff in höheren Lagen gelegt wurde, das dem Konsumenten nur so ins Gesicht spuckt. Der ganze Song wirkt wie ein geplantes Durcheinander aus Tönen und ballerndem Schlagzeug.

Schade nur, dass dieser Song der einzige ist, der diesem Prinzip durchgehend folgt. Denn dieser psychopathische Sound kommt eigentlich sehr gut rüber, wird aber leider nur an dieser Stelle grenzwertig ausgereizt.

Obwohl Lazer/Wulf sich mehr instrumental ausdrücken, kommen vereinzelt in den acht Songs doch Vocals zum Vorschein. Diese sind allerdings stark im Hintergrund gehalten, um dem Ganzen noch etwas mehr Tiefe zu verleihen. Auch wieder eine Sache, auf die man mehr hätte aufbauen können, denn der Gesang ist an sich sehr gut, fungiert durch die Abmischung aber leider nur als Backing Vocals. Vielleicht schaffen es Lazer/Wulf auf den nächsten musikalischen Ergüssen diesen noch mehr in den Vordergrund rücken zu lassen, Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden.

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Lazer/Wulf (Copyright: Lazer/Wulf)

Dennoch gibt es darüber hinaus Positives an allen Ecken zu entdecken. „Beast Reality“ beispielsweise macht seinem Namen alle Ehre, wenn es darum geht, mit einer fetzigen Basslinie Anlauf zu nehmen, um im weiteren Verlauf wild um sich schlagend alles zu zertrümmern. Ein absolut heftiger Groove mit der Extraportion extravaganter Riffs.

Interessantes Detail: Beginner „Choose Again (Right Path)“ weist die gleichen Akkord-, Riff- und Schlagzeugmuster auf wie der Schlusstrack „Mutual End“. Die Idee dahinter ist, dass obwohl man beim vorletzten Song „Choose Again (Left Path)“ metaphorisch die Richtung ändert, man doch am gleichen Ende ankommt.

„The Beast of Left and Right“ ist alles in allem solide und extrem. Es hätte aber ruhig etwas extremer sein können. Auch vermisst man die elektronischen Einflüsse, die auf dem Vorgänger „There Was A Hole Here. It´s Gone Now.“ vertreten waren. Dennoch fahren Lazer/Wulf hier eine musikalische Leistung vom Allerfeinsten auf. Man bekommt mit dieser Platte doch eine Menge aus den verschiedensten Genres geboten. Der Satz „Da ist noch Luft nach oben“ ist, bezogen auf diese Band, ausgelutscht und unpassend, da die Jungs jederzeit könnten, wenn sie nur wollten.

Video

Tracklist

01 Choose Again (Right Path)
02 Lagarto
03 A Conflict of Memory
04 Twelve Leaps Over The Triple Trap
05 Beast Reality
06 Concentric Eyes
07 Choose Again (Left Path)
08 Mutual End

Details

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Label: Retro Futurist Records
Vö-Termin: 11.07.2014
Spielzeit: 40:24

Copyright Cover: Lazer/Wulf



Über den Autor

Christopher