Review

Purer Fucking American Metal – da haben wir ihn endlich wieder!
Lamb of God beglücken uns mit ihrem neusten künstlerischen Erguss. „VII: Sturm und Drang“ heißt ihr neues Werk und wirkt auf den ersten Blick etwas mehr wie ein Konzeptalbum.
Was dahinter steckt und ob Randy inklusive Rest der Band immer noch die gleichen Jungs wie zu „Sacrament“-Zeiten sind, klären wir jetzt.

Wenn man ab dem Album „New American Gospel“ zu zählen beginnt, dann ist „Sturm und Drang“ das siebte Studioalbum der aus Richmond stammenden Groove Metaller. Ihr Stil hat sich über die Jahre manifestiert. Damals als schnöder Metalcore abgestempelt, vereinen sie heute doch noch ganz andere Elemente in ihrer Musik. Death Metal und Thrash Metal mit viel Groove stehen auf der Tagesordnung, dazu eine gehörige Prise Progressive.
Durch die sehr versierten Instrumentalisten ergeben sich Songs, die mehr für den Kopf anstatt für den Nacken sind.

Um es vorwegzunehmen, Lamb of God klingen immer noch so, wie wir sie kennen. Schnelle Thrash-Parts werden mit Frickel-Passagen kombiniert. Chris lässt die Doublebass immer ordentlich durchlaufen und gibt dem Ganzen den nötigen Drive. Die klassischen Atmo-Parts mit langsamen Gitarrenriffs und feinstem Screaming von Randy sind wieder am Start und können begeistern.

Schon immer konnten die Jungs zudem mit ihren Produktionen überzeugen. Gerade der Gitarrensound war bisher ziemlich mitreißend und tight. Untypisch für die Szene war das D-Tuning von Mark und Willie. Das lässt ihnen allerdings genügend Spielraum für Experimente.

Ein guter Vertreter und mein Anspieltipp auf dieser Platte ist „Embers“. Dieser Song hat alles, inkl. Chino von den Deftones, den man 100 km gegen den Wind raushört. Ich war geschockt und sofort Feuer und Flamme.

Seit „Resolution“ (2012) sind wieder ein paar mehr Metalcore-Riffs im Spiel. Das hat damals nicht gestört, mittlerweile passen diese allerdings nicht mehr so richtig, da Lamb of God doch eher melodisch aggressive Riffs schreiben, die dadurch etwas an Substanz verlieren, wenn man an Songs wie „Laid to Rest“ oder „As The Palaces Burn“ denkt. Kommt aber nicht so oft vor, also alles gut.

Dann hat es mir ein Song besonders angetan. „Overlord“ ist mal ein ganz anderes Feld, welches die Band betritt. Minimalistisch und ruhig kommt er daher und klingt ein wenig nach Proberaum-Rock. Es ist zu vermuten, dass Willie mit dem Riff nach dem Motto „lasst uns mal etwas probieren“ um die Ecke kam. Klasse! Randy singt „richtig“, wer hätte das noch gedacht? Zwar gibt es die Band schon ewig, aber warum nicht noch mal etwas Variation in die Stimme legen? Daumen hoch dafür. Definitiv ein Song, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Lamb of God (Copyright: Lamb of God)

Lamb of God (Copyright: Lamb of God)

Die Sludge-Komponente kommt in „Engage The Fear Machine“ wieder ordentlich zum Tragen. Hach, das können die Jungs einfach!

Das Gesamtpaket stimmt hier, denn bei keinem Song kommt Langeweile auf. „Delusion Pandemic“ erinnert dann auch noch an die alten Zeiten.

Fazit: Nachdem „Resolution“ eher ein Schritt zurück war, ist „VII: Sturm und Drang“ wieder „straight forward“. Die Songs knallen, sodass man meinen könnte, die Jungs haben neue Energien getankt. Knapp 50 Minuten puren Groove Metal kann keiner links liegen lassen. Deshalb an alle: unbedingt hören, feiern und noch in diesem Jahr auf ein Konzert der Jungs gehen, denn sie kommen wieder nach Deutschland.

Video

Trackliste

01 Still Echoes
02 Erase This
03 512
04 Embers
05 Footprints
06 Overlord
07 Antropoid
08 Engage The Fear Machine
09 Delusion Pandemic
10 Torches

Details

Lamb of God – Homepage
Lamb of God – Facebook
Lamb of God – Twitter

Label: Nuclear Blast Records
Vö-Termin: 24.07.2015
Spielzeit: 48:12

Copyright Cover: Nuclear Blast Records



Über den Autor

Marcus