Review

Mit „The Duke“ präsentieren Lamb of God, die Progressive-Groove-Metal-Band aus den Staaten, eine neue Veröffentlichung. Nach ihrem Album „VII: Sturm und Drang“ ist es dieses Mal „nur“ eine EP, dafür ist die Entstehungsgeschichte dazu umso herzergreifender.

Frontmann Randy Blythe hat sich mit einem Fan der Band sehr gut verstanden. Dieser war an Leukämie erkrankt und sprach ganz offen darüber. Vorliegende EP wurde zu Gedenken an Wayne Ford aufgenommen. Der Track „The Duke“ ist direkt für ihn geschrieben worden. Wer so etwas heutzutage macht, dem gebührt maximaler Respekt.
Abseits davon gibt es zusätzlich zwei neue Tracks auf „The Duke“.

Der Titeltrack beginnt ganz ruhig mit effektunterlegtem Gitarrenspiel, um kurz darauf die Lamb of God-Karte auszuspielen: Groove, harte Riffs und ein Flow, der den Hörer sofort einsaugt.
Scheinbar hat Randy außerdem am Cleangesang Gefallen gefunden, zumindest lässt er es hier diesbezüglich ziemlich krachen. Kurze Schreieinlagen sind somit eher Mangelware, aber Randy macht das ziemlich gut, sodass die Lamb of God-Härte bestehen bleibt.
Die Riffs sind klassisch fett und orientieren sich sogar an Songs der „Sacrament“-Platte – also back to the roots.
Zum Ende gibt es dann noch einmal einen derben Groovepart mit Soloeinlage.
Hier stimmt einfach alles.

Der zweite neue Track „Culling“ fängt ohne Umschweife an und geht eher als Standard-Lamb of God-Stück durch. Viel Doublebass und durchgezogene Riffs, dabei die Amerikaflagge immer im Anschlag. Randy holt zudem seinen Metal-Gesang heraus und sofort fühlt man sich geborgen. In der Strophe freuen wir uns über einen Gangshout. Eine solide Nummer, die gerade wegen ihres natürlichen Lamb of God-Sounds richtig Spaß macht.

Lamb Of God (Copyright: Travis Shinn)

Lamb Of God (Copyright: Travis Shinn)

Das war es dann auch schon mit neuen Songs. Die drei weiteren Stücke sind sehr gute Livemitschnitte: „Still Echos“ gibt es vom Rock am Ring 2016, „512“ sowie „Engage The Fear Machine“ vom Bonnaroo. Alles gute Nummern, die hier ordentlich aufgenommen wurden, aber eher ein „nice to have“ sind.

Klein, aber fein! Die EP „The Duke“ ist einer bestimmten Person gewidmet und der Erlös wird gespendet. Kann man da etwas Schlechtes sagen? Die Aktion als solche ist gelungen und verdient Respekt. Zusätzlich gibt es immerhin nach kurzer Zeit zwei neue Songs. Fans, tut etwas Gutes und kauft „The Duke“!

Video

Trackliste

01 The Duke
02 Culling
03 Still Echoes (Live from Rock am Ring)
04 512 (Live from Bonnaroo)
05 Engage The Fear Machine (Live from Bonnaroo)

Details

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Label: Nuclear Blast Records
Vö-Termin: 18.11.2016
Spielzeit: 22:14

Copyright Cover: Nuclear Blast Records



Über den Autor

Marcus