Review

Mit dem 1990 von Tilo Wolff gegründeten Musikprojekt Lacrimosa kann seit 22.03.2019 auf „Zeitreise“ gegangen werden. Denn das so betitelte Doppelalbum zeugt von der fast 30-jährigen musikalischen Reise der Band.

CD 1: Die >Zeitreise< beginnt

Schon der Track „Ich bin der brennende Komet“ bietet den perfekten Einstieg, um in Erinnerungen zu schwelgen. Bis zum heutigen Tag darf dieser Song auf keinem Lacrimosa-Konzert fehlen und stellt nicht nur dann immer wieder ein Highlight dar.

Eine große Freude für Fans der frühen Jahre beschert wohl „Satura“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahre 1993 sowie „Bresso“, ein Song des ein Jahr zuvor erschienen Albums „Einsamkeit“. Deutlich dabei zu hören: die Schwere, die Lacrimosa zu dieser Zeit zu etwas Besonderem und Einzigartigem machte.

Auch Songs der 2000er Lacrimosa-Ära dürfen nicht fehlen. So ist zum Beispiel der Titel „Der Morgen danach“ (ursprünglich vom 2001 veröffentlichten Album „Fassade“) hier in der Metus Version zu hören. Aber auch „Lichtgestalt“, der Titeltrack zum 2005 herausgebrachten Album, sowie „Irgendein Arsch ist immer unterwegs“ vom „Revolution“-Album (2012) finden ihren Platz und zeugen von der spürbaren Leichtigkeit, die den Songs in dieser Bandphase verstärkt hinzugefügt wurde.

Die beiden letzten Alben „Hoffnung“ (2015) und „Testimonium“ (2017) werden u.a. durch die Tracks „Keine Schatten mehr“, „Die unbekannte Farbe“, „Nach dem Sturm“ und „My Pain“ vertreten.

Bis dato setzt bereits der erste Streich des Doppelalbums mit seinen 13 Songs sowohl den Facettenreichtum als auch die musikalische Weiterentwicklung von Lacrimosa bestens in Szene.

CD 2: Die >Zeitreise< geht weiter

Und das auf gelungene und vor allem abwechslungsreiche Art und Weise. So wird dieser musikalischen Rückschau der Titel „Durch Nacht und Flut“ als spanische Version hinzugefügt und hätte damit nicht besser ausgewählt werden können.

Lacrimosa (Copyright: Lacrimosa)

Nostalgisch zeigen sich Lacrimosa mit „Seele in Not“, das auf dem Album „Angst“ (1990) ebenso schön platziert wurde wie hier in seiner Urversion.

Natürlich dürfen auf keinem Lacrimosa Best-of Album die Tracks „Copycat“ und „Schakal“ fehlen. Ein akustischer Leckerbissen insbesondere für Fans der ersten Stunden von Lacrimosa.

Nachdem der bisher nur als Single erhältliche Song „Alles Lüge“ (aus dem Jahr 1993) und der Titel „Feuer“ aus dem Album „Sehnsucht“ von 2009 die „Zeitreise“ weiter voranschreiten lassen, komplettieren schließlich zwei neue Lieder die Tracklist der 12 Songs umfassenden zweiten CD. Mit den entsprechenden Titeln „Drei Sekunden“ und „Im Schatten der Sonne“ präsentieren Lacrimosa einen perfekten Abschluss ihres Doppelalbums und fassen darauf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gelungen zusammen.

Fazit

Eine fast 30-jährige Bandgeschichte hätte man nicht besser erzählen können, wie es Lacrimosa auf ihrem Best-of Doppelalbum „Zeitreise“ tun.

Aus mittlerweile zwölf Studioalben die besten Songs herauszupicken und den Hörer auf eine wunderbare „Zeitreise“ mitzunehmen – beides haben Lacrimosa hier mit Bravour umgesetzt.

Video

Tracklist

CD 01:
01 Ich bin der brennende Komet
02 Lichtgestalt
03 Bresso
04 Nach dem Sturm
05 Not Every Pain Hurts
06 Die unbekannte Farbe
07 Der Morgen danach (Metus Version)
08 Irgend ein Arsch ist immer unterwegs
09 Allein zu zweit
10 Satura
11 My Pain
12 Keine Schatten mehr
13 Stolzes Herz (Single Version)

CD 02:
01 Durch Nacht und Flut (Spanish Version)
02 Seele in Not (Urversion)
03 Der leise Tod
04 Copycat
05 Thunder and Lightning
06 Ich verlasse heut‘ dein Herz
07 Feuer
08 Alles Lüge
09 Schakal (Single Version)
10 Lass die Nacht nicht über mich fallen (Reprise)
11 Drei Sekunden
12 Im Schatten der Sonne

Details

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Label: Hall of Sermon
Vö-Termin: 22.03.2019
Spielzeit: 70:01 + 69:59

Copyright Cover: Lacrimosa / Hall of Sermon



Über den Autor

Jasmin
Jasmin
Musik ist Balsam für meine Seele