Review

„Hugs“, aber leider keine „Kisses“. Zugegeben, die bereits dritte Platte „EX/EX“ der Schweden bringt schon eine gewisse Tragik mit sich, sowohl lyrisch als auch musikalisch. Dennoch lassen Kristoffer And The Harbour Heads auf diesem Album eine deutliche Entwicklung erkennen. Vielleicht nicht unbedingt durch den selbst geprägten Stil, aber vor allem durch ein Songwriting, welches nicht zu sehr abzuschweifen scheint, wie es sonst der Fall war.

An der Tagesordnung steht leicht rockiger Indie sowie knarzige Synthie-Klänge, mit denen die Band immer mal wieder Einschläge aus einem 70er oder 80er Sound einfließen lässt. Dazu gehören wohl auch Vocals, die ohne so manche Kopfstimme gar nicht auszukommen scheinen. Auch schön zu hören, wie die Jungs ihre Songs immer mit einzelnen hinzukommenden Elementen wie Drums oder Bass aufbauen.

Auf „EX/EX“ sind zwischendurch zudem deutliche Ambitionen zum Dream Pop zu hören, allerdings klingen die Melodien nie zu verwaschen und können unter Umständen sogar recht catchy wirken, wie man es in „Scandal“ vernehmen darf. Außerdem kommt noch viel Schwung in die neun Songs, da sich Kristoffer And The Harbour Heads immer wieder an der Rhythmik es Folks bedienen.

Anrechnen kann man der Band auf jeden Fall, dass sie hier etwas konzipiert haben, was nicht von jedem hätte kommen können. Da gibt es Songs wie „Nervous In Berlin“, die besonders durch ihren Refrain auffallen, und experimentelle Ausschweifungen wie „Love Takes A Toll“. Diese beiden Aspekte an „EX/EX“ wurden dennoch gut in Szene gesetzt, wobei es den einen oder anderen Hörer geben mag, dem letztgenannter Ansatz nicht so sehr zusagt. Aber dafür haben Kristoffer And The Harbour Heads in vielen anderen Titeln einen Kompromiss gefunden.

Kristoffer And The Harbour Heads (Coypright: Kristoffer And The Harbour Heads)

Kristoffer And The Harbour Heads (Coypright: Kristoffer And The Harbour Heads)

Trotz der Zugänglichkeit, die „EX/EX“ zutage fördert, ist es nicht allzu leicht, in die Songs einzusteigen. Ist man jedoch erst einmal dabei, bieten Kristoffer And The Harbour Heads musikalische Qualitäten. Doch irgendwie scheint es oft sehr umständlich, in ihre kleine Welt einzutauchen.

„EX/EX“ spiegelt ein verzerrtes Bild eines Indie-Pop-Sounds wider, welches sich die Jungs im Laufe des Albums immer wieder zurechtbiegen. Daher kann man davon ausgehen, dass sich Kristoffer And The Harbour Heads neue Grenzen in Sachen Sound stecken. Sie mögen zwar manchmal über die Stränge schlagen, es ist aber niemals so, dass am Schluss kein hörbares Endprodukt dabei herauskommt.

Video

Trackliste

01 Right This Wrong
02 Nervous In Berlin
03 Second Chance
04 Call The Cops
05 When You Say Stay
06 Scandal
07 Shake & Stumbling
08 Light Me Up
09 Love Takes A Toll

Details

Kristoffer And The Harbour Heads – Homepage
Kristoffer And Thee Harbour Heads – Facebook

Label: Klangskivan
Vö-Termin: 16.09.2016
Spielzeit: 39:00

Copyright Cover: Klangskivan



Über den Autor

Christopher