Review

Die Band Krayenzeit aus dem Stuttgarter Raum veröffentlichte am 29.03.2019 ihr neues Album mit dem Titel „Saitentänzer“.

Das aktuelle Werk ist das vierte Album der Band, welches noch intensiver ist als die bisherigen Alben.

Mit „Saitentänzer“ und den darauf befindlichen 12 Tracks entführt die Band ihre Hörer in alte Zeiten.

Die Songs

Der Opener „Schattenkabarett“ baut zu Beginn eine Spannung auf, indem die Instrumente nach und nach einsteigen. Ein langgezogenes, gesungenes „Oh“ ist zu hören. Mit dem Einstimmen der Gitarre ist die Stimmung auf ihrem Höhepunkt. Endlich setzt der Gesang ein. Zwischen den instrumentalen Parts gibt es immer wieder einen Break, in dem nur elektronischer Sound zu hören ist. Sänger Mark verspricht den Hörern, dass alle ihre Wünsche wahr werden. Bereits dieser Track hat Ohrwurmpotenzial.

Sehr verspielt wirkt „Babylon“ zunächst. Dies ändert sich aber schon im Intro. Das beschwingte Geigenspiel wird schlagartig ruhiger und der Text in den Strophen wirkt bedrückend. Im Refrain jedoch nimmt der Song instrumental an Fahrt auf und die Fröhlichkeit ist zu spüren. Ein ruhiger Zwischenpart mit sanftem Geigenklang und mehrstimmigem Gesang bildet wiederum den Gegenpol zum fröhlichen Refrain. Der Song endet abrupt und es ist im Nachklang eine Trommel wenige Sekunden lang zu hören.

„Regen und Sturm“ ist anfangs ein ruhiger Song. Eine Akustikgitarre und ein Akkordeon begleiten ganz dezent den Gesang. Die Geige stimmt in das melancholische Gewebe ein und man wird fast schon etwas wehmütig dabei. In der Mitte des Songs setzt das Schlagzeug ein und die Melodie wechselt von melancholisch zu abenteuerlustig. Dies zieht sich bis zum Ende des Songs durch.

Im Titeltrack „Saitentänzer“ ist der typische Krayenzeit-Stil zu hören. Bass und Drums treiben das Lied voran und man ist versucht, im Refrain mitzusingen. In der Mitte des Songs gibt es einen reinen Instrumentalpart, welcher alle Instrumente gelungen zum Vorschein bringt.

Mit Flöte wird „1000 Küsse“ eingestimmt. Das Lied hat einen starken mittelalterlichen Touch, da fast nur akustische Instrumente verwendet werden. Einzige Ausnahme ist die cleane E-Gitarre. Der Song hat ein wenig etwas von einem Schunkel-Lied, was hier aber keinesfalls negativ zu bewerten ist.

„Hart am Wind“ ist von Anfang an mitreißend. Dies ist auch in den Strophen durchgängig der Fall. Der Refrain lädt zum Mitsingen ein und die Melodie wirkt wie eine Art Loop, was das Ganze sehr eingängig macht. Ab Minute 3 wird der Song ruhiger und eine Drehleier ist im Hintergrund zu hören. Diese wird dann von einer wehmütig klingenden E-Gitarre abgelöst. Anschließend fällt man wieder in das Refrain-Schema zurück.

Streicher und die E-Gitarre singen anfangs klagend ihr Lied und leiten „Eiskalte Sterne“ ein. Die klagende E-Gitarre zieht sich durch den gesamten Song durch. Der Refrain ist relativ schnell eingängig. Im hinteren Teil des Liedes gibt es einen musikalischen Part, welcher ebenfalls klagend klingt. Zum Schluss werden aber dann noch einmal alle Geschütze aufgefahren und ein musikalisches Feuerwerk mit allen Instrumenten abgefeuert.

In „Agnus Dei“ liefern die Drums eine Art Marsch ab, zu welchem die Gitarre „singt“. Mehrstimmiger Gesang verleiht dem Song einen sakralen Charakter.

„Nur ein Lied“ wird zu Beginn nur mit Flöte und akustischer Gitarre begleitet. Bass und Drums gesellen sich dann dazu. In den Strophen erinnert die Melodie ein wenig an „Black Velvet“. Der Tempowechsel zwischen Strophen und Refrain ist sehr auffällig. Traurigkeit schwingt im Gesang mit. Trotz der Einfachheit und Zurückhaltung der einzelnen Instrumente hat der Song jedoch die richtige Wirkung auf den Hörer.

In das Märchen „Dornröschen“ nimmt uns die Band auf ihre eigene Weise mit. Schlagzeug und Gitarre vermitteln das Gefühl, als sei man auf einer Jagd. Die Violine scheint die Rolle der weiblichen Protagonistin zu übernehmen. Der Song ist sehr beschwingt und eingängig. Es wird ein Instrumentalpart eingebaut, welcher fast gegen Ende noch eine Spannung aufbaut. Der Refrain wird dann noch einmal angestimmt und klingt mit einem Gitarrenschlag aus.

Krayenzeit (Copyright: Krayenzeit)

Bei „Aurora“ denkt man zunächst an das aktuelle Album der Band Harpyie. Bei diesem Song zeigt die Band ihre rockige Seite. Die Strophen wirken geheimnisvoll und erzählen die Geschichte der römischen Göttin. Im Refrain darf ein ausgedehntes Gitarrensolo nicht fehlen.

Den Abschluss des Albums liefert „Wunder“. Dieser Song wird von Piano und Streichern begleitet. Später steigen Gitarre und Drums ein. Der Text regt sehr zum Nachdenken an und man wird wehmütig. Ein wunderschönes Liebeslied.

Fazit

Krayenzeit haben ein abwechslungsreiches Werk geschaffen, welches sowohl ans Herz geht, als auch zum Abrocken einlädt. Wer die Band schon einmal live gesehen hat, weiß, dass die Musiker mit Herzblut ihre Songs performen. Sei es auf einer großen Bühne oder in einem kleinen Club. Die Band hat sich deutlich weiterentwickelt und sich mit dieser Scheibe selbst übertroffen.

 

Video

Tracklist

01 Schattenkabarett
02 Babylon
03 Regen und Sturm
04 Saitentänzer
05 1000 Küsse
06 Hart am Wind
07 Eiskalte Sterne
08 Agnus Dei
09 Nur ein Lied
10 Dornröschen
11 Aurora
12 Wunder

Details

Krayenzeit – Homepage | Krayenzeit – Facebook | Krayenzeit – Twitter

Label: Trisol Music Group / Soulfood
Vö-Termin: 29.03.2019
Spielzeit: 53:40

Copyright Cover: Trisol Music Group



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem