Review

Bereits der Opener und namensgebende Track „Payback’s a Bitch“ lässt erahnen, wo die Reise auf diesem Album hingehen wird. Kory Clarke präsentiert kantigen, sehr blueslastigen Rock ’n‘ Roll, der vor allem durch den extrem rauen Gesang im Kopf bleibt. Ein wenig erinnert das Ganze an den frühen Kid Rock, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Der Refrain dieser Nummer bleibt fast sofort im Ohr und kann aufgrund fehlender Komplexität zudem sehr schnell mitgesungen werden. Als Opener wird also direkt ein Ohrwurm geliefert.

Das folgende „Freak“ bleibt stilistisch auf einer Wellenlänge mit dem vorigen Song, ist aber deutlich schneller. Der Gesang ist dabei ein wenig melodischer, was leider nicht ganz so gut klingt, wie die gesangliche Leistung bei „Payback’s a Bitch“. Dieser Eindruck könnte allerdings auch in der Tatsache begründet sein, dass die Vocals bei diesem Track ein wenig zu sehr in den Hintergrund gemischt wurden. Auf rein instrumentaler Ebene kann „Freak“ jedoch voll und ganz überzeugen.

„Get down to Bizzness“ ist noch ein wenig bluesiger und schallt daher eher gemütlich aus den Boxen. Die Vocals klingen wieder schön, also rau und ohne Experimente vorgetragen, was den klassischen Eindruck noch verstärkt. Dieser Song eignet sich hervorragend zum Mitgrooven, aber auch das konzentrierte Hören lohnt sich und sollte möglichst auf einige Durchläufe ausgedehnt werden, da dieser Titel eine hohe Komplexität besitzt und es viele kleine Elemente zu erhören gibt. Ein klarer Favorit auf diesem Album.

Kory Clarke (Copyright: Kory Clarke)

Kory Clarke (Copyright: Kory Clarke)

„The Last Hand“ ist sehr balladesk und die Assoziationen, die mir beim ersten Anspielen in den Kopf kamen, waren Santana und Eric Clapton. Insbesondere die Gitarrenarbeit erinnert klar an diese beiden großen Künstler. Der Gesang tritt aber ebenfalls in diese Schiene, sodass die Nummer Fans von Santana oder Clapton auf jeden Fall gefallen sollte. Dabei sei aber gesagt, dass Kory Clarke bei „The Last Hand“ auf keinen Fall kopiert. Lediglich der Aufbau kommt einem bekannt vor, was aber nichts Schlimmes ist. Dieser Song ist vom ersten bis zum letzten Ton hervorragend inszeniert und macht auch nach diversen Hördurchgängen noch jede Menge Spaß.

„Meet me in Las Vegas“ bildet dann auch schon den Abschluss dieses Albums. Um ein wenig melancholische Stimmung zu erzeugen, hat sich Kory Clarke erneut für eine Ballade als Rausschmeißer entschieden, die von einem wunderbaren Klavier eröffnet und auch begleitet wird. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, werden im weiteren Verlauf zudem Streicher eingesetzt, sodass „Meet me in Las Vegas“ zwar sehr klischeehaft aufgebaut ist, aber aufgrund der eigenwilligen Stimme von Kory Clarke nicht ausgelutscht oder klischiert klingt. Ganz im Gegenteil, diese Nummer ist wunderschön und bildet einen stimmigen Abschluss.

Video

Tracklist

01 Payback’s a Bitch
02 Freak
03 Devil’s Highway
04 What good is Goodbye
05 Get down to Bizzness
06 Hoezone
07 Jaegermeister Machines
08 Rock’n’Roll Genocide
09 The Last Hand
10 Death and Taxes
11 Meet me in Las Vegas

Details

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Label: Livewire Records / Soulfood
Vö-Termin: 26.09.2014
Spielzeit: 43:45

Copyright Cover: Livewire Records



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.