Review

Ein wenig orientalisch mutet die Introsequenz von „Dance“ an. Diese Nummer eröffnet das aktuelle Album „Explositive“ der österreichischen Crossover-Kracher Kontrust.

Diese Band zeichnet neben dem recht eigenen Humor (ich denke hier vor allem an die großartige Nummer „Hey DJ!„) die gekonnte Mischung aus Elementen des Punk, Metal und Rock unter intensiver Zuhilfenahme diverser anderer Stile aus. Der dadurch hervorgebrachte musikalische Mix ist im Grunde in keine Schublade zu packen.

Dementsprechend ist auch „Dance“ gestaltet. Dieser Song reiht gekonnt schnelle, punkige Passagen, einen durchaus melodischen Refrain und die eingangs erwähnten leicht orientalisch klingenden Sounds zu einem stimmigen Ganzen aneinander. „Dance“ macht definitiv Bock auf mehr.

Im Anschluss erwartet uns das recht krude „Why“. Hier ist der Gesang sehr eigen, dafür geht die Nummer ansonsten mächtig ab. Die Drums stehen im Vordergrund und halten dieses (ich nenne es mal) Gebilde zusammen. Der Refrain ist wunderbar griffig und lässt sich auch mit höheren Promillewerten wunderbar mitschreien. „Why“ ist sicherlich nichts, um eine Party zu starten, aber um diese in Gang zu halten, eignet sich dieser Track wunderbar.

„Cosmic Girls“ wird von einem enorm strangen Intro eröffnet, danach findet der Song aber schnell zu einem stimmigen, wenngleich ruppigen Konzept. „Cosmic Girls“ ist im Vergleich zum Gros der Titel auf „Explositive“ eher ruhig, besitzt aber durchaus die eine oder andere Passage mit sehr viel Drive. Insbesondere der Übergang zum Refrain wird mit Vollgas gelöst.

Kontrust (Copyright: Kontrust)

Kontrust (Copyright: Kontrust)

„Play!“ klingt insgesamt sehr böse und dunkel. Lediglich der Gesang von Frontfrau Agata bringt ein wenig positive Stimmung in diesen Titel. Trotz dieses sehr starken Kontrasts ist „Play!“ sicherlich einer der massenkompatibelsten Tracks auf „Explositive“. Dennoch ist er aber spannend genug, um auch nach einem Dutzend Durchläufen noch dafür zu sorgen, dass man entzückt ist.

„Bad Time“ markiert das Ende der Platte. Erneut werden Kontrust ihrem Ruf gerecht und präsentieren einen recht eigen klingenden Titel, der trotz oder gerade wegen seines ungewöhnlichen Aufbaus richtig viel Spaß macht. Ein sehr schöner Ausklang aus diesem Album.

Hätte sich die Erste Allgemeine Verunsicherung dazu entschieden, härtere Musik zu machen, dann würden sie klingen wie Kontrust. Dies ist keineswegs abwertend gemeint, denn das, was Kontrust auf „Explositive“ abliefern, ist schlichtweg genial. Insbesondere musikalisch kümmert sich die Band um keine Regeln und lässt Experimentierfreude und Kreativität spielen, um elf absolut individuell klingende Titel zu erschaffen. Diese hören sich aber dennoch sehr gut an und können durchweg amtlich abgefeiert werden. Der große Vorteil an dieser Vorgehensweise ist sicherlich, dass man sich an diesem Album einfach nicht satthören kann.

Video

Tracklist

01 Dance
02 Why
03 Just Propaganda
04 I Freak on
05 Shut up
06 Cosmic Girls
07 Vienna
08 Bulldozer
09 Play!
10 This is my Show
11 Bad Time

Details

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Label: Napalm Records
Vö-Termin: 07.11.2014
Spielzeit: 41:28

Copyright Cover: Napalm Records



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.