Review

Mit dem „Einheitsschritt“ schrieben Kontrast 1996 Geschichte und büßen auch heutzutage von ihren Qualitäten nichts ein. Unzählige Chartplatzierungen waren bislang das Ergebnis ihrer Arbeit, die sich nun auch in dem fünften Studioalbum „Unaufhaltsam“ manifestiert.

Sowohl der Bandname als auch der Albumtitel sind dabei Programm. So spielen sich Kontrast erneut – und wortwörtlich unaufhaltsam – an die Spitze der schwarzen Szene und bieten mit ihren neuen zwölf Tracks allerlei Hits für daheim und für entsprechende Szeneclubs.

Die Songs

Im gewohnten Gewand eröffnet die Band mit „Unverwundbar“ das Album. Der Titel entpuppt sich als klassisch gehaltener Song mit elektronischen Klängen und der klar zum Vorschein kommenden Gesangsstimme von Roberto „Lorenz“ Lindner.

Diesem gelungenen Einstieg folgt das musikalisch interpretierte Gedicht Erich Weinerts namens „John Schehr und Genossen“. Jene Umsetzung zeigt einmal mehr die Genialität des Projekts auf. Moderne elektronische Klangwelten treffen hier auf einen 1934 entstanden Text und katapultiert dessen Relevanz in die Gegenwart.

Kontrast (Copyright: Stefan Hoge)

Nach diesem ernsten Stück wird mit „Nachtclub“ deutlich, dass es Kontrast nicht verbergen können, auch 23 Jahre nach Einheitsschritt der schwarzen Szene mit einer gewissen Ironie zu begegnen und Klischees aufleben zu lassen. 

Frei von Klischees, dafür aber mit Verstärkung durch keinen Geringeren als Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke als Sprecher ist „So kalt“ zu hören. Und es stellt sich heraus: Hier wäre keine andere Stimme passender gewesen.

In vollem Maße kann zudem der als Vorabsingle veröffentlichte Titel „Plänterwald“ überzeugen; stimmlich von Roberto und der wunderbaren Nebelgeist sehr schön in Szene gesetzt. Untermalt von gewohnten Klängen erinnert der Song jedoch etwas an „Freiheit“, welcher im Jahr 1999 mit Ivi als Gastsängerin erschienen ist.

Mit dem langsamen Instrumentalstück „Im Abendrot“ findet „Unaufhaltsam“ schließlich ein perfektes und ruhiges Ende.

Fazit

Kontrast präsentieren auf ihrem neuen Album faszinierende elektronische Klangwelten. Dabei sind Ähnlichkeiten zu früheren Werken nicht immer abzustreiten. Ihrem Stil, der Ironie, einer Direktheit und insbesondere den gewohnten Klängen ist die Band demnach alles in allem treu geblieben. Dies kann bei einigen Hörern mitunter als Nachteil angesehen werden. Davon abgesehen (oder gerade deshalb) wird „Unaufhaltsam“ dem Namen gerecht werden und letztlich sowohl die heimischen Gefilde als auch die Clubs erobern.

Video

Tracklist

01 Unverwundbar
02 John Scheer und Genossen
03 Plänterwald
04 Ostseekind
05 So kalt (mit Dr. Mark Benecke)
06 Nachtclub
07 Weserbergland
08 Der Masterplan
09 Analoge Wellen
10 Hotel Polissya
11 Der Sarkophag
12 Im Abendrot

Details

Kontrast – Homepage
Kontrast – Facebook

Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 05.07.2019
Spielzeit: 51:21

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Jasmin
Jasmin
Musik ist Balsam für meine Seele