Review

Klone aus Frankreich … ich muss zugeben, diese Jungs hatte ich nicht mehr wirklich auf dem Schirm. Der Markt ist aktuell so überschwemmt von Bands, da kann man wohl nicht mehr bei allem aktuell dabeibleiben. Mein Interesse weckte jedoch das Label, das sie mittlerweile im Rücken haben: Pelagic Records. Liebe Leser, wenn ihr diesen Namen lest, geht zumindest nicht unachtsam vorbei, sondern schenkt dem Moment ein paar Minuten und entdeckt vielleicht ein paar echte Highlights.

Das vom The Ocean Mastermind Robin Staps gegründete und betriebene Label arbeitet mittlerweile mit so einigen Genre-Koryphäen zusammen (Cult Of Luna, Mono, Earthship, uvm.), und wenn man Mr. Staps eines attestieren darf, dann dass er weiß, was gute Musik ist!

Aber wer sind Klone? Die Franzosen liefern mit „Here Comes The Sun“ ihr mittlerweile fünftes Studioalbum ab und waren bis dato eher dafür bekannt, sich musikalisch stark an Tool zu orientieren. Gut, bei dem Bandnamen klingt das erst mal nach dem Witz der Woche, aber wir sind ja heute hier, um deren neustes Werk zu beurteilen und nach den ersten Klängen wird einem schnell bewusst, dass die Herren ihrem vermeintlichen Bandnamen nicht länger gerecht werden, denn „Here Comes The Sun“ kommt von der ersten Minute an erfrischend eigenständig aus den Boxen gehaucht.

Klone (Copyright: Klone)

Klone (Copyright: Klone)

Im Vergleich zu vergangenen Werken haben Klone den Härtegrad deutlich reduziert und schaffen so mehr Raum für ausufernde Klangbilder und geben vor allem Sänger Yann Ligner viel mehr Möglichkeiten, seine markante Stimme zu platzieren. Das wird bereits beim Opener „Immersion“ deutlich, der sich musikalisch fast ausschließlich um den Gesang herum zu bewegen scheint.
Die metallische Komponente von früheren Alben wie „All Seeing Eye“ oder „Black Days“ ist fast gänzlich verschwunden. Und so bewegen sich Klone auf „Here Comes The Sun“ zum Großteil im Prog-/Post-Rock, mit ambienten Versatzstücken, die gelegentlich sogar bis in den Alternative Rock hineinreichen. Der Einsatz des Saxofons (beispielsiwese in „Immersion“) ergänzt das Soundgewand recht gut, könnte für meinen Geschmack aber ruhig noch etwas intensiver ausfallen.

Trotz der ausufernden Klangspektren wirken die Songs nie unkonzentriert oder unaufgeräumt, sondern fixiert und voller Spielfreude („Gone Up In Flames“, „Grim Dance“). Das Konzept zieht sich wie ein roter Faden durch die neun Tracks, jedoch verliert man sich gelegentlich im Songmaterial, was aber den Drang auf einen wiederholten Hördurchlauf nur steigert. Pluspunkt!

Oberflächlich betrachtet hat „Here Comes The Sun“ das Potenzial, schnell am Hörer vorbeizurauschen und in Vergessenheit zu geraten. Nimmt man sich jedoch die Zeit, entpuppt sich ein wunderbar rundes Prog-Rock Album, auf dem es einiges an Spielereien zu entdecken gibt und dessen Songmaterial, hat man sich erst mal davon gefangen nehmen lassen, einen kaum mehr loslassen wird. Mit Tracks wie dem tollen Opener „Immersion“, dem introvertierten „Grim Dance“ oder dem phänomenalen Übersong „Nebulous“ haben Klone es geschafft, ein exzellentes Album zum Schwelgen und darin Versinken zu kreieren. Starkes Werk!

Video

Tracklist

01 Immersion
02 Fog
03 Gone Up In Flames
04 The Drifter
05 Nebulous
06 Gleaming
07 Grim Dance
08 Come Undone
09 The Last Experience

Details

Klone – Homepage
Klone – Facebook

Label: Pelagic Records
Vö-Termin: 24.04.2015
Spielzeit: 50:09

Copyright Cover: Pelagic Records



Über den Autor

Emu
Emu
“Only nothing is impossible.” - Grant Morrison