Review

Lutz Nikolaus Kratzer veröffentlicht mit „Bengal Sparks“ sein bereits drittes Album unter dem Namen seines Soloprojekts .Klein. Die Platte, welche .Klein als Multi-Instrumentalist zum großen Teil selbst produziert hat, wird aus allen Ecken der Musikwelt beeinflusst. Die 13 Songs plus zwei Remixe bringen vor allem Electronic und Pop unter einen Indie-Mantel.

Dabei wird ein beeindruckendes Repertoire an Instrumenten aufgefahren. Ob ein synthetischer Sound oder ganze Streich-Ensembles, „Bengal Sparks“ bietet eine Menge. Auch die „Verpackung“ stimmt, so klingt kein Song wie der andere. Weiterhin drängen sich die verschiedenen Elemente nicht zu sehr auf, sodass „Bengal Sparks“ nie in eine bestimme Richtung gedrückt wird und das allgemeine Konzept immer noch hörbar erscheint.

Auffallend bei den ersten Songs der Platte ist somit auch vor allem die Vielfalt an verschiedenen Klängen und Stilen, nicht aber der catchige Aspekt, den Songs wie „The Eyes“ oder „Parkinglot“ anstreben. Dabei scheint eigentlich alles zu passen. Neben dem kernigen Gesang bringt zweitgenannter Titel glockenartige Melodien und etwas härtere Synthis mit sich, die sich trotzdem gut einbringen. Aber irgendwie wollen die Titel einfach nicht zünden.
Vielleicht liegt es an dem Arrangement, welches sich dem Hörer erst nach mehreren Durchläufen erschließt. Es kann aber auch sein, dass die Intentionen des Projekts nicht immer mit den Erwartungen des Hörers konform gehen, sodass man vielleicht musikalisch mit etwas anderem rechnet, als .Klein hier bietet.

Objektiv betrachtet ist dies immer noch eine Frage des Geschmacks und der eigenen Auffassung, aber gerade weil es Titel auf dieser Platte gibt, die sofort ansprechen, fällt dieser Aspekt auf.

„Generally Speaking“ ist ein solcher Song, genauso wie „Pancake Man“, welcher besonders durch sein eingebrachtes Banjo besticht. Der Gesang wirkt hier viel fokussierter und interessanter; gleich gefolgt von den knarzenden Tönen des „Silly You“ und seiner einfach gestrickten Art. Auch „Ghostytown“, zwar seltsam und spooky, wirkt und bleibt hängen.

.Klein (Copyright: .Klein)

.Klein (Copyright: .Klein)

Gegen Ende punktet „Cages“ mit einer leichten Akustik-Folk-Attitüde.
Nicht zu vergessen das Cover des Songs „Low Rider“ von 1975, das mehr als nur gut gelungen bzw. interpretiert ist.
Der Remix als Bonus zur Platte wirkt hingegen deutlich unspektakulärer, aber diese beiden zusätzlichen Songs fungieren auch nur als Beiwerk, welches „Bengal Sparks“ nicht weiter beeinflusst.

.Klein weist eine interessante Art und Weise auf, die Dinge musikalisch anzugehen. Doch es ist schwer zu beurteilen, ob das alles letztlich auch so an die Hörer transportiert wird, wie es transportiert werden soll. Zumindest bietet „Bengal Sparks“ eine solide Anzahl an gut ausgearbeiteten Songs, die eine Menge kompensieren und auch dauerhaft überzeugen können. Eine Erfahrung ist diese Platte allemal wert.

Trackliste

01 Feels Like May
02 The Eyes
03 Parkinglot
04 Bengal Sparks
05 Genreally Speaking (feat. Mr. Vast)
06 Nicotine Princess
07 Low Rider
08 Pancake Man
09 Silly You (feat. Mr. Vast)
10 Ghostytown (feat. Kuoko)
11 Neon Fog
12 Cages
13 Canyoning
14 Nicotine Princess (Parasite Single Remix)
15 Low Rider (Tonfang Remix)

Details

.Klein – Homepage
.Klein – Facebook

Label: Spezialmaterial Records
Vö-Termin: 10.06.2016
Spielzeit: 59:04

Copyright Cover: Spezialmaterial Records



Über den Autor

Christopher