Review

Getreu dem Albumnamen „Megalomania“ lassen sich Kissin‘ Dynamite nicht lumpen und eröffnen ihre neue Platte mit dem Kracher „DNA“. Dieser startet fast direkt mit dem Refrain und versetzt den Hörer somit quasi augenblicklich in Euphorie.
Serviert wird druckvoller Metal, der stark in Richtung des Power Metal tendiert. Interessant sind die sehr stark nach Dubstep klingenden elektronischen Elemente, die immer wieder eingebunden werden und trotz des krassen Gegensatzes, den sie musikalisch bilden, nicht störend, sondern als passend empfunden werden. So kann es gerne weitergehen! Das gelungene Video zu diesem Titel findet ihr übrigens am Ende dieses Reviews.

„Maniac Ball“ ist der Name des nun folgenden Tracks, der im ersten Moment eher balladesk anmutet. Dieser Eindruck täuscht jedoch, wie man sehr schnell feststellt. Denn bereits nach wenigen Sekunden knallen insbesondere die Gitarren sowie die Drums derart druckvoll aus den Boxen, dass die Trommelfelle angenehm massiert werden. Wer beim Opener die Lautstärke nicht auf das maximale Level gebracht hat, der wird das spätestens bei dieser Nummer nachholen. Der sich im Verlauf herauskristallisierende Kontrast zwischen ruhigen und sehr schnellen Elementen wurde hervorragend inszeniert und einige perfekt gespielte instrumentale Passagen runden das Geschehen harmonisch ab.

Track Nummer drei wurde „VIP in Hell“ genannt und zeigt ebenfalls die dynamische Seite von Kissin‘ Dynamite. Hier stehen insbesondere die Drums im Vordergrund. Fans des gepflegten Getrommels kommen also auf jeden Fall auf ihre Kosten. Aber auch insgesamt weiß dieser Song zu überzeugen. Der Refrain bleibt schnell im Ohr und will unbedingt möglichst laut mitgesungen werden.

Kissin' Dynamite (Copyright: Kissin' Dynamite)

Kissin‘ Dynamite (Copyright: Kissin‘ Dynamite)

„Deadly“ ist mit unter drei Minuten Spielzeit die kürzeste Nummer auf dieser Platte und startet sehr düster. Mit Einsetzen des Gesangs klart sich das Ganze jedoch zügig auf. Dieser Aufbau ist nur logisch, da Kissin‘ Dynamite einfach nicht für derbe Growls bekannt sind. Hin und wieder schleicht sich die dunkle Passage des Anfangs jedoch wieder ein und trägt zum gelungenen Gesamtkonzept des Songs bei.

Stark verzerrt beginnt „Running Free“. Schnell wird dieser Effekt entfernt und es sind wieder einmal die Trommeln, welche die Gehirnmasse des Hörers zum Wabern bringen. Der Track ist recht holprig und kantig angelegt und wird lediglich im genialen Refrain etwas melodischer. Es ist aber zum Glück zu keinem Zeitpunkt so, dass „Running Free“ zu unmelodisch klingt. Ganz im Gegenteil, er ist durchgehend extrem spannend und ein klarer Anspieltipp.

„The final Dance“ ist nun endlich – wie der Titel schon erahnen lässt – die erhoffte Ballade, die einen schönen Ruhepol auf der Scheibe bildet. Hier zeigen sich Kissin‘ Dynamite von ihrer sanften Seite und präsentieren ein Stück, welches man wunderschön auf der Couch mit seinem Partner/seiner Partnerin im Arm kuschelnd genießen kann. Live wird hier hoffentlich ein stimmungsvolles Lichtermeer entzündet. Ein sehr, sehr schönes Lied.

Direkt im Anschluss knallt mit „Ticket to Paradise“ auch schon der letzte Titel aus den Boxen. Erneut geht es sehr rau und kantig zur Sache. Dieser Song ist das exakte Gegenteil zur vorigen, gemütlichen Ballade. Gelungen ist der Bogen zum Refrain, bei dem „Ticket to Paradise“ regelrecht eskaliert und hymnische Züge bekommt, die man einfach mitsingen muss. Ein mehr als passender Abschluss.

Mit „Megalomania“ haben sich Kissin‘ Dynamite wieder einmal selbst übertroffen und bringen eine Platte an den Start, die man als Fan des Genres einfach besitzen muss. Hier stimmt wirklich alles. Insbesondere der große Abwechslungsreichtum, der dafür sorgt, dass diese Scheibe auch nach diversen Durchläufen nicht langweilig wird, muss einfach noch Erwähnung finden.

Video

Tracklist

01 DNA
02 Maniac Ball
03 VIP in Hell
04 Fireflies
05 Deadly
06 God in You
07 Running Free
08 Legion if the Legendary
09 The Final Dance
10 Ticket to Paradise

Details

Kissin‘ Dynamite – Homepage
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Label: AFM Records
Vö-Termin: 05.09.2014
Spielzeit: 39:24

Copyright Cover: AFM Records

 



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.