Review

„Generation Goodbye“ heißt der inzwischen fünfte Longplayer der Glam-/Hardrocker von Kissin‘ Dynamite, die vor vier Jahren mit ihrem Album „Money, Sex & Power“ ihren großen Durchbruch hatten.

Das neue Album eröffnet mit dem gleichnamigen Titeltrack „Generation Goodbye“, einer rockigen Nummer, die aber eher gemächlich und unscheinbar daherkommt. Der typische Kissin‘ Dynamite-Sound ist vorhanden, Hannes ist mit seiner Gesangsstimme jederzeit präsent und die Background-Shouts sind passend eingestreut. Aber irgendwie fehlt der Nummer das gewisse Etwas, mit denen die Opener der letzten Alben immer sofort punkten konnten.

„Hashtag Your Life“ forciert dann das Tempo merklich und der Hörer bekommt (endlich) einen echten Kissin‘ Dynamite-Ohrwurm vorgesetzt, der mit Power, Eingängigkeit und auch textlicher Aktualität auf ganzer Linie überzeugen kann und unweigerlich zum heimischen Mitbangen animiert. Im Vergleich zu „Generation Goodbye“ wäre dieser Song wohl der bessere Einstieg in das Album gewesen.

Mit dem anschließenden „If Clocks Were Running Bachwards“ wird danach bereits die erste von insgesamt drei Balladen auf dem Album präsentiert. Ein guter Track, der sich langsam steigert und auf bekannte Rock-Balladen-Zutaten setzt.

Durch „Highlight Zone“ und „Larger Than Life“ gibt es dann wieder schnelle und auch typische Kissin‘ Dynamite-Songs ohne große Schnörkel. Musikalisch auf bewährte Arrangements setzend machen diese beiden Stücke trotzdem – oder gerade deswegen – viel Spaß.

Ballade Nummer zwei heißt „Masterpiece“ und wird als Duett präsentiert. Die Stimme von Sänger Hannes und der Gastsängerin Jennifer Haben (Beyond The Black) harmonieren ausgesprochen gut und verleihen in dieser Form dem Lied einen Hauch von Musical.

Als weiteres Glanzstück des Albums offenbart sich „She Came She Saw“, ein Song, der sofort und restlos begeistert und mit seinem Refrain unweigerlich unter die Haut geht. Dazu gibt es noch eine kleine Dubstep-Einlage.

„Under Friendly Fire“ zeigt Kissin‘ Dynamite dann von ihrer härteren Seite, indem sie den Track mit einer gehörigen Portion Industrial Metal garnieren – eine direkte und gerade deswegen sehr gelungene Nummer.

Als Rausschmeißer des Albums fungiert nochmals eine echte Bombast geschwängerte Power-Ballade namens „Utopia“.

Kissin' Dynamite (Copyright: Kissin' Dynamite)

Kissin‘ Dynamite (Copyright: Kissin‘ Dynamite)

Kissin‘ Dynamite haben auf „Generation Goodbye“ wieder einige musikalische Glanzstücke im Gepäck, die mit gewohnter Melodiestärke und song-individuellen Highlights überzeugen können. „Hashtag Your Life“, „She Came She Saw“ oder auch „Highlight Zone“ sind potenzielle Hits. Daneben findet man aber auch 2-3 Songs von eher nur durchschnittlicher Qualität, denen das gewisse, zündende Etwas fehlt. Dies ist insoweit etwas schade, da man eigentlich weiß, dass die Mannen um die Braun-Brüder ein Händchen dafür haben, um mit jedem Song zu begeistern.

Insgesamt wirkt das Album – nicht nur aufgrund der drei Balladen – ruhiger und „erwachsener“ als die bisherigen Veröffentlichungen der Band. Man vermisst auf Albumlänge dadurch jedoch ein wenig die bisherige Unbekümmertheit und auch mitunter die „rotzig-freche“ Attitüde. Damit ist „Generation Goodbye“ zwar kein neues Meisterwerk der Süddeutschen geworden, bekommt von uns allerdings immer noch verdiente 4 Punkte.

Video

Tracklist

01 Generation Goodbye
02 Hashtag Your Life
03 If Clocks Were Running Backwards
04 Somebody To Hate
05 She Came She Saw
06 Highlight Zone
07 Masterpiece
08 Flying Colours
09 Under Friendly Fire
10 Larger Than Life
11 Utopia

Details

Kissin‘ Dynamite – Homepage
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Label: AFM Records
Vö-Termin: 08.07.2016
Spielzeit: 47:52

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde