Review

Das Duo King’s Tonic bringt vermeintlichen Punk-Rock, gepaart mit elektronischen Elementen zurück auf den Dancefloor. „Tanz mit mir“ kommt mit fünfzehn Songs daher und arbeitet damit gut das gesamte Spektrum der Band ab, welches zwar mit einer gewissen Breite aufwartet, aber weniger mit der notwendigen Tiefe. Aber dazu später mehr. Mag man vielleicht noch auf den ersten Blick ein Party-Konzept mit repetitivem Charakter erwarten, liegt man nur zur Hälfte richtig. King’s Tonic arbeiten überwiegend mit akustischen Gitarren und einer gewissen Rock-Attitüde.

Dies beginnt sogar noch recht vielversprechend mit dem Titeltrack zur Platte „Tanz mit mir“. Die stählernen Saiten erklingen sehr dezent über eine recht dynamische Hook, die den Rhythmus nach vorne drückt.

Der Nachfolger „Zwei Minuten Dreissig Poesie“ glänzt vielleicht nicht lyrisch, bringt aber den akustischen Charakter auf „Tanz mit mir“ gut zur Geltung. Im Gegensatz dazu verschafft „Bilder von dir und mir“ dem Punk-Rock mehr Raum.

Theoretisch könnte man diese drei Songs anschließend auch auf Repeat stellen, denn nach dem Verklingen von „Bilder von dir und mir“ gibt es nicht ansatzweise irgendetwas, mit dem King’s Tonic noch überraschen könnten. Es sind immer wieder die gleichen, vorhersehbaren Strukturen aus eingängigen Akkorden, komplett abgedroschenen Refrains und einer Menge Monotonie die Klangfarben betreffend.

Klar, herrscht hier immer gute Laune und sicherlich stellt dies vor allem auch die Intention der Platte dar. Dennoch laufen King’s Tonic mit ihrem Sound jeglichen deutschen Bands hinterher, die sich damit einigermaßen etabliert haben. Statt einem hippen Auftreten könnte man an manchen Stellen auch an 08/15-Schlager denken.

King´s Tonic (Copyright: King´s Tonic)

King’s Tonic (Copyright: King’s Tonic)

Stellenweise gibt es hier und da das eine oder andere spannende Riff, wie in „Der Feind in meinem Kopf“, jedoch ebenso einen unterirdischen Gesang. Nur die komplett austauschbaren und einfallslosen Texte scheinen dies noch zu toppen. Auch hier agiert man vielleicht gerade noch knapp oberhalb des Schlager-Niveaus.

Gesanglich gibt es übrigens nicht immer solche Ausrutscher. Um ehrlich zu sein hat der leicht punkige Klang in der Stimme schon etwas an sich, nur nichts Eigenes. Überschattet wird auch dieser wieder mal durch die Lyrik.

Lohnt sich „Tanz mit mir“? Nicht wirklich. Vielleicht wenn man fünfzig Minuten den Kopf ausschalten kann oder schon eine gute Promillegrenze erreicht hat. Ansonsten findet man musikalisch weder innovative noch greifende Ansätze. King’s Tonic beeindrucken mit einem durchgeplanten Konstrukt ohne jegliche Substanz.

Video

Trackliste

01 Tanz mit mir
02 Zwei Minuten Dreissig Poesie
03 Bilder von dir und mir
04 Zehntausend Jahre
05 Lass das Leben rein
06 Unbeschreiblich
07 Jetzt oder nie
08 In den letzten zehn Jahren
09 Ans Ende der Welt
10 Vielleicht irgendwann
11 Der Feind in meinem Kopf
12 Home
13 Waiting for Godot
14 Zwei Minuten Dreissig Poesie (Live)
15 Laura (Live)

Details

King’s Tonic – Homepage
King’s Tonic – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 02.09.2016
Spielzeit: 53:05

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Christopher