Review

Der Name dieses Alternative Rock Quartetts ist sicherlich vielen ein Begriff, denn stets zeigen sich Kings Of Leon mit ihren ausdrucksstarken und Ohrwurm erzeugenden Songs in den weltweiten Charts. Nach einer dreijährigen Pause folgt nun das siebte Studioalbum „Walls“.

Hierzulande haben die Jungs vor allem durch ihre beiden Megahits „Use Somebody“ und „Sex On Fire“ an Bekanntheit gewonnen. Letzter Song wollte live schon gar nicht mehr performt werden, da zu viele Zuschauer scheinbar nur für diesen einen Song Aufmerksamkeit mitgebracht haben. Dies hat sich nun aber geändert und Kings Of Leon haben sich mit einer Live-Performance von „Sex On Fire“ wieder angefreundet. Da ist es auch kein Wunder, dass das letzte Album „Mechanical Bull“ vielleicht etwas poppiger ausfiel.

Da aber schon immer irgendwo zwischen Pop und Indie-Rock hin und her gependelt wurde, ist es am Ende das, was einen Song der Band ausmacht. „Walls“ hingegen orientiert sich an vielen Stellen jedoch wieder in eine rockigere Richtung. Vorab muss man allerdings sagen, dass sich hier beim ersten Durchlauf keine einschlagende Radiosingle ergeben wird. Auf der einen Seite schade, aber auf der anderen Seite werden eingefleischte Fans das vielleicht sogar bevorzugen, zumal diese mit „Walls“ wieder eine etwas überraschende Seite der Band kennenlernen werden.
Aber vielleicht macht hier der Opener „Waste A Moment“ dann doch den Unterschied. Die Gitarrenriffs gehen gewohnt locker und dynamisch von der Hand und Caleb Followills Stimme reißt erneut sämtliche Bäume aus.

Ein weiteres Highlight der Platte: „Find Me“. Hier gehen Kings Of Leon wirklich in die alternativen Vollen. Mitunter die beste Songstruktur, mit einem treibenden Bass und den prägnantesten Melodien.

Auch „Muchacho“ hinterlässt mit seinem rhythmischen Charakter starke Eindrücke.

Kings Of Leon (Copyright: Sony Music)

Kings Of Leon (Copyright: Sony Music)

Doch obwohl man Kings Of Leon ihre musikalische Professionalität nicht absprechen kann, gibt es hier und da dann doch Songs, die sehr stark wie Lückenfüller wirken. „Around The World“ klingt wie ein Titel, der es scheinbar nicht auf „Come Around Sundown“ geschafft hat. Ähnlich verhält es sich mit „Over“, der auch auf dem Album „Only By The Night“ einen Platz hätte finden können.
Bitte nicht falsch verstehen, beide der genannten Songs sind perfekt arrangiert und auch sonst sehr zugänglich. Im Grunde fehlt aber der Kings Of Leon-Touch. Dadurch mangelt es „Walls“ stellenweise an einem Konzept bzw. an einen roten Faden, etwas, das den Sound der Band deutlicher ausmacht.

„Walls“ wurde dafür abermals hervorragend produziert. Kings Of Leon geizen hier keinesfalls mit verschiedenen Ideen und Fans dürfen auf eine weniger an den Strom angepasste Band hoffen.
Vielleicht schlagen nicht alle Songs so ein, wie erhofft, aber die, die einschlagen, sind dann umso effektiver.

Video

Trackliste

01 Waste A Moment
02 Reverend
03 Around The World
04 Find Me
05 Over
06 Muchacho
07 Conversation Piece
08 Eyes On You
09 Wild
10 Walls

Details

Kings Of Leon – Homepage
Kings Of Leon – Facebook

Label: Sony Music
Vö-Termin: 14.10.2016
Spielzeit: 43:00

Copyright Cover: Sony Music



Über den Autor

Christopher