Review

Für Thomas Jefferson Cowgill alias King Dude ist das Musikgeschäft kein unbekanntes Terrain mehr. Nach diversen Veröffentlichungen, auf denen er seinen Neo-Folk bzw. Dark Folk praktizierte, folgt dieses Jahr ein Album mit dem schlichten Titel „Sex“.

Besonders das Albumcover macht neugierig, zumal King Dude in vielen seiner Songs düstere Themen wie Tod oder Schmerz anspricht. Dazu kommt noch seine prägnante tiefe Stimme, die das Ganze nur noch mehr unterstreicht. Doch der Künstler bringt nicht nur Folk, sondern auch stellenweise Blues sowie eine Menge harten Rock in seiner Musik unter.

Ein Blick auf die Trackliste macht zunächst stutzig. Songtitel wie „I Wann Die At 69“ oder „Sex Dungeon USA“ lassen einen gerne mit den Augen rollen. Statt eines sichtbaren Konflikts zwischen Sex und Religion wirkt der erste Eindruck schon mal sehr gewollt provokant. Aber hinter den Titelnamen steckt ja auch noch Musik. Doch diesbezüglich kann „Sex“ leider auch nicht eindeutig punkten.

Zunächst einmal strahlt King Dude seine übliche dunkle Aura aus, die sich in den Riffs und den Rhythmen widerspiegelt. Hier hat man auch nicht das Gefühl, einem 08/15-Singer-Songwriter zuzuhören. Die Themen sind sehr düster, wenn auch äußerst repetitiv, da es oft um zwielichtige Beziehungen zu Frauen geht.
Dafür überzeugen die Rock-Passagen immer wieder. Der eben erwähnte „I Wann Die At 69“ verbindet bluesige Riffs und nette Einlagen am Klavier mit schmutzig verzerrten Gitarren. „The Girls“ schlägt etwas dynamischere, vielleicht vom Western inspirierte Klänge an.
Etwas abwechslungsreicher wird es in „Prisoners“. King Dudes Flow ist hier unglaublich catchy und allgemein klingt das ganze Soundspektrum sehr industriell.

King Dude (Copyright: King Dude)

King Dude (Copyright: King Dude)

Anders sieht es in „Sex Dungeon USA“ aus. King Dude hat sich dabei anscheinend von Marilyn Manson inspirieren lassen. Seine Stimme klingt bewusst gedrückt und krächzend, was zu keinem Zeitpunkt überzeugen mag. Obwohl der Song ein paar gute Riffs hervorbringt, läuft er oft ins Leere.

Dieses dunkle Thema wird leider viel zu oft überzogen dargestellt und wirkt nicht authentisch genug. Diesbezüglich hätte man musikalisch schon etwas mehr Bodenständigkeit an den Tag legen können, anstatt mit Elementen aufzufahren, von denen sich ein Zuhörer schon von vorneherein nicht angesprochen fühlt.

Zum Schluss ist alles immer eine Frage des eigenen Geschmacks. King Dudes Attitüde ist aber äußerst interessant, auch die Konzeption verschiedener Songs sowie die Produktion schüren diesen Eindruck. Daher definitiv einmal anspielen und in der Schwärze des Folks versinken!

Video

Trackliste

01 Holy Christos
02 Who Taught You How To Love
03 I Wanna Die At 69
04 Our Love Will Carry On
05 Sex Dungeon USA
06 Conflict & Climax
07 The Leather One
08 Swedish Boys Drum
09 Prisoners
10 The Girls
11 Shine Your Light

Details

King Dude – Facebook

Label: Ván Records / Soulfood
Vö-Termin: 28.10.2016
Spielzeit: 40:17

Copyright Cover: Ván Records



Über den Autor

Christopher