Review

Die Jungs von Killing Age vereinen thrashige Gitarrenriffs mit coolen Grooves und gelegentlichem Sludge-Faktor. Ihre Diskografie startete das Quintett 2010 mit einer 4-Track-Demo und baute sie über die Jahre mit zwei Alben, zuletzt „Devil’s Child“ (2017), weiter aus. Orientiert an Bands wie Machine Head, Pantera oder auch Crowbar, gehört man laut Infosheet bereits zu einer festen Größe in der deutschen Metalszene. Das kann erst mal jeder behaupten, doch was steckt genau hinter der Band aus Esslingen?

Der Mix aus Thrash und Groove Metal beschreibt den Stil von Killing Age bereits sehr gut. Während Jan Weitzenbürgers rauchige Stimme ohnehin schon genug Sludge in die Band bringt, tun Max Heimerdiger und Alex Wolf mit ihren Gitarrenriffs noch ihr Übriges; ihre Thrash Metal Riffs gehen richtig gut rein und sind meistens zudem hervorragend geschrieben. Zum einen hört man sich somit an „Devil’s Child“ nicht satt, zum anderen klingen die Songs insgesamt wie aus einem Guss.

Killing Age haben scheinbar schon früh ihren Stil gefunden und verfeinert. Drummer Jannik überzeugt hierbei mit schnellen Beats und lässigen Groovepassagen, die zum Headbangen einladen.
Da die Titel außerdem zum Mitmachen einladen, eignen sie sich perfekt für die Liveperformance. „Raise Your Fist“ oder „You Feel Right“ sind beispielsweise richtige Mitgeher, die lässig im Ohr bleiben. „Eat Your Children“ wirkt hingegen etwas tiefgründiger, wartet aber dennoch mit einem breakdownartigen Sound auf. Das wirkt ziemlich interessant und frisch.

Hier und da etwas zu lasch und dünn erscheint leider Jans „Kneipen-Stimme“. Dieser Eindruck entsteht zwar selten, wenn es aber dazu kommt, nimmt dies manchmal zu sehr den Druck aus einem Song.

Killing Age (Copyright: Killing Age)

Ab „Drown“ macht sich dann mehr und mehr Metal breit, was für das Album nur vorteilhaft ist, denn die Band hat diesen Crossover-Stil einfach richtig gut drauf. Auch wenn „Drown“ etwas hardcorig anfängt, wird der Track nach und nach ein richtiger Brecher. Gerade ab der Hälfte nimmt er derbe Fahrt auf und wird sogar etwas Nu metallisch. Absolut geile Nummer und daher der Anspieltipp der Platte.

Wer zum Ende Bock auf Metalcore hat, der ist bei „B.B.B.B.“ super aufgehoben. Hier treffen schnelle Beats und Stakkato-Riffing auf gute Gesangslinien. Ein perfekter Abschluss für ein solides Album, dessen Sound allerdings nicht ganz überzeugt. Etwas Proberaum-Atmosphäre in Kombination mit echt bauchigen Parts, die ziemlich fett klingen, dürfte eine Frage des persönlichen Geschmacks sein.

Obwohl einige Titel etwas abflachen, bleibt „Devil’s Child“ ein echter Hinhörer und sollte von Hörern, die die Mischung aus Thrash, Groove, Rock und Metal favorisieren, mal angetestet werden.

Video

Tracklist

01 Good Times
02 Devil’s Child
03 You Feel Right
04 A.C.A.B.
05 Carry The Fire
06 Goodbye
07 Raise Your Fist
08 Inception
09 Ear Your Children
10 Piece Of Me
11 Drown
12 Drunk
13 B.B.B.B

Details

Killing Age – Homepage
Killing Age – Facebook

Label: Gegentrend Records / Soulfood Music
Vö-Termin: 31.03.2017
Spielzeit: 50:39

Copyright Cover: Benni Braun / Gegentrend Records



Über den Autor

Marcus
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