Review

Unsere kanadischen Freunde rund um Fronter Maurizio Iacono sind endlich wieder am Start.
Nach dem Abgang ihres Drummers Max Duhamel konnten Kataklysm mit „Waiting for the end to come“ einen ziemlichen Erfolg einheimsen. Die rohe Gewalt und das treibende Etwas kamen rüber und zu Recht gehört die Band zur Speerspitze des internationalen Death Metals. Mit „Of Ghosts and Gods“ meldet man sich nun zurück. Viel wurde im Vorfeld gehyped. Die ganze Welt war gespannt, ob Kataklysm erneut die Hölle öffnen und uns einen wütenden Berserker vors Gesicht setzen würden.

First of all: Wer Kataklysm bis jetzt gehört hat, wird es auch zukünftig tun. Auf „Of Ghosts and Gods“ finden wir nämlich alles wieder, was die Band die letzten Jahre schon (aus)gemacht hat. Das soll jetzt nicht abwertend klingen, sondern ihnen eher Beständigkeit bescheinigen. Leider kommt dadurch auch nicht viel Neues zum Vorschein. Ein frischer Anstrich würde den einen oder anderen zusätzlichen Hörer abholen.

„Breaching The Asylum“ macht als Intro eine gute Figur. Schnelle Thrash-Parts knüpfen an Blastbeats mit fetten Death Metal Riffs an. Das Ruhige und Atmosphärische kommt dabei auch nicht zu kurz.
Eins kann man Kataklysm jetzt schon bestätigen: Sie finden immer eingängige Riffs und bauen ihre Songs gekonnt zusammen. Das ist die große Stärke der Jungs.

Wie schon auf dem letzten Album gibt es die großen Hyperblast-Parts nicht mehr. Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, denn dafür wurde noch eine Schippe Groove draufgelegt.

Standen Kataklysm immer für etwas angestaubten Death Metal, sind sie mittlerweile etwas moderner geworden. Das spiegelt sich im Gitarrensound, Songaufbau und Riffing wider. Ab und an wird man an moderne Death Metal Bands erinnert, teilweise kommen Deathcore-Elemente hinzu. Eine weitere große Stärke sind allerdings die melodiösen und emotionalen Passagen, die unter die Haut gehen.

Maurizio kann diesbezüglich immer mit seiner gut zu verstehenden Stimme überzeugen. Seine Growls klingen nicht klassisch, sondern irgendwie stets etwas anders.

Ein wahrer Groovekiller ist „Thy Serpents Tongue“ geworden. Allein das Anfangsriff ist schon ziemlich eingängig. Die moderne Metal-Komponente kommt gut zum Tragen und der ganze Song reißt ordentlich mit. Habt aber keine Angst, Blasts sind für alle da und davon findet ihr auch auf „Of Ghosts and Gods“ genug. Ebenso trifft man auf die guten alten Midtempo-Nummern, die eure Köpfe zum Kreisen bringen.

Kataklysm (Copyright: Kataklysm)

Kataklysm (Copyright: Kataklysm)

Der Song „Shattered“ ist sehr zu empfehlen. Beginnend als Metal-Ballade, verwandelt sich das Konstrukt in eine Hymne, die euch die Tränen in die Augen treibt und die Faust ‚gen Himmel zieht.
Die fette Produktion tut hier ihr Übriges.

Leider muss man ganz klar sagen, dass sich der Berserker Kataklysm so langsam abnutzt. Zwar sind die Songs stark und treiben ordentlich voran, doch ob die Tracks nun von der aktuellen Platte sind oder gar vom letzten Jahr hört doch keiner heraus, denn Platz für Variation findet man nicht. Man könnte sagen, dass sie ihren Stil einfach gefunden haben, aber für die lange Zeit des Musizierens könnte doch mal etwas Frisches und Neues her.

Fazit: Kataklysm können mit ihrem neuen Werk „Of Ghosts and Gods“ mal wieder überzeugen. Ein wenig frischer Wind wäre wünschenswert gewesen, aber wie heißt es so schön? Never change a running system. Ihr Prinzip geht auf und findet auf der ganzen Welt Anklang.
Death Metal vom Feinsten – für Fans und Neuankömmlinge.

Video

Trackliste

01 Breaching The Asylum
02 The Black Sheep
03 Marching Through Graveyards
04 The Serpents Tongue
05 Vindication
06 Soul Destroyer
07 Carrying Crosses
08 Shattered
09 Hate Spirit
10 The World Is a Dying Insect

Details

Kataklysm – Homepage
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Label: Nuclear Blast Records
Vö-Termin: 31.07.2015
Spielzeit: 45:58

Copyright Cover: Nuclear Blast Records



Über den Autor

Marcus
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