Review

„Scary Sleep Paralysis“ ist das Ergebnis des Solo-Projekts von Kai Reznik.
Tief im Kern beherbergt diese Platte puren Electro, während sie sich selbst mit leichten Noise-Attitüden und atmosphärischem Ambient schmückt. Außerdem schweben hier viele Einflüsse der 80er und 90er mit, in denen Kai Reznik wohl seine Ursprünge gefunden hat.

Bereits der erste Song „Zero Kill“ birgt viel knarzigen Synthesizer-Sound, der von langsamen Rhythmen angetrieben wird. Interessante Melodien wird man allerdings erst gegen Ende finden.

„The Recognizer“ fährt hier schon stärkere Geschütze auf. Obwohl die schrillen Klänge zu Beginn stark an der Grenze des Aushaltbaren kratzen, kommen zwischendurch nette Industrial-Einlagen durch.
Die ersten Titel sind dennoch dermaßen mit elektronischen Klängen zugebombt, dass sie vielleicht beim ersten Mal noch ganz ansprechend klingen, danach aber durch den ganzen Wirrwarr einfach nicht hängen bleiben wollen.

Interessanter wird es dann ab der Mitte von „Scary Sleep Paralysis“ mit dem Song „Monster5“. Dieser könnte direkt aufgrund des minimalen und bedrohlichen Sounds aus einem „Castlevania“-Videospiel stammen. Tatsächlich kann man sich hier sogar schon fast auf einen Ohrwurm freuen.

Auf dem Album gibt es mit Sasha Andres noch eine weitere Kooperationspartnerin, die Kai Reznik in „Post“ und „Nails And Crosses“ untergebracht hat. Die weibliche Stimme steuert allerdings mehr einen erzählerischen Teil bei, als dass man auf durchgehenden Gesang hoffen könnte.
Während „Post“ einen relativ soliden Beat aufbringt, wirkt Sasha Andres leider nur wie ein Sample, ein Accessoire, das irgendwie in den Titel hineingeworfen wurde. „Nails And Crosses“ bildet den Abschluss des Albums, wobei das Konzept aus Synthis und herrischer Stimme hier deutlich flüssiger aufgeht.

Kai Reznik (Copyright: Kai Reznik)

Kai Reznik (Copyright: Kai Reznik)

„Scary Sleep Paralysis“ mag mit einer Spielzeit von knapp 40 Minuten schon fast vollwertig Zeit verbrauchen, allerdings muss man bedenken, dass nach dem letzten Titel eine lange Pause folgt und sich der versteckte Bonustrack abspielt. Eine „Raw Version“ von „Monster5“. Dadurch wirkt das Ganze noch unvollkommener als es ohnehin schon scheint. Kombiniert mit an sich akzeptablen Sounds und einer guten Produktion, bleibt am Ende nichts, an das man sich als Hörer gerne zurückerinnert.

Kai Reznik lässt seine Musik mehr im Hintergrund plätschern, wenn sie nicht gerade mit viel zu hohen Tönen die Trommelfelle zittern lässt. Ab und zu kommt schon eine düstere Stimmung auf, was dem einen oder anderen gefallen mag.
Darüber hinaus bietet „Scary Sleep Paralysis“ jedoch nichts Neues, hat kaum Wiedererkennungswert und erscheint auch sonst mit einer Menge Lücken, die auch die melodischsten Synthie-Klänge nicht füllen können.

Trackliste

01 Zero Kill (Oll Korrect)
02 The Recognizer
03 Post (feat. Sasha Andres)
04 Monster5
05 Nails And Crosses (feat. Sasha Andres) + Monster5 (Raw Version)

Details

Kai Reznik – Soundcloud

Label: Atypeek Music
Vö-Termin: 00.02.2016
Spielzeit: 39:07

Copyright: Atypeek Music



Über den Autor

Christopher