Review

Kraftvoll und selbstbewusst, so muss im Wesentlichen ein ordentlicher Rock-Sound auftreten. So auch auf Johnboys Platte „State Of The Art“, mit der die Jungs aus St. Ingbert dieses Jahr an den Start gehen. Auf elf zusammengeschusterten Rockhymnen präsentieren sie dem Hörer ihr Feuerwerk aus hartem und gleichzeitig melodischem Rock.

Dabei wirken Johnboy alles andere als eine Band, die mit komplexen Ideen oder Strukturen um sich schmeißt. Im Gegenteil: Das Arrangement gestaltet sich angenehm eingängig. Die Erfindung des Kreises darf man bei „State Of The Art“ zwar nicht erleben, aber das Album stützt sich auch nicht unbedingt auf innovative Ansätze.

Generell wird hier auf Altbewährtes zurückgegriffen und auch mal das eine oder andere Klischee bedient. Besonders wenn es mit Songs wie „Only The Sun Remains“ oder „Close To The Edge“ in Richtung Balladen geht. Letzterer überzeugt mit einem catchigen Riff direkt zu Beginn. Leider kommt es danach nur noch bedingt zum Vorschein. Dennoch macht das Gefühl, das Ganze irgendwo schon mal gehört zu haben, diese Platte durchaus aus. Auch wenn es dann zu überholten Titeln und Texten wie in „My Pain“ kommt.
Johnboy verbinden die typischen Muster mit ihrem Stil; seien es nun der hymnenartige Gesang auf langsamen Rhythmen oder die bis zur Epik gepushten Gitarren-Soli.

Aber genug von dem Schmalzkram, wir wollen hier ja nicht gleich noch Taschentücher holen müssen. Direkt mit „Black Horizon“ lockt die Band ihre Hörer mit euphorischen Klängen in die Falle der harten Riffs und knallenden Drums. Kommt es zu den energetischen Passagen, wissen Johnboy einfach zu überzeugen. Dazu noch ein kräftiges Organ, typisch für Rock, manchmal mit Hang zum Power Metal und der kernige Sound kommt erst so richtig gut zur Geltung.

Johnboy (Copyright: Johnboy)

Johnboy (Copyright: Johnboy)

Groovig geht es weiter mit „My Last Conceit“, in der das Trio beweist, dass man auch nur zu dritt alles aus der Musik rausholen kann. Auch bezogen auf die Produktion. Und so stampft man sich neben der etwas melodischen Einstellung oft genug durch „State Of The Art“, sodass man als Hörer so manches Mal aus dem Kopfnicken nicht mehr herauskommt.

„State Of The Art“ ist nicht unbedingt ein Album, das neue Maßstäbe in Sachen Rockmusik setzen wird, aber in erster Linie geht es um die einwandfreie Unterhaltung. Und die bieten Johnboy hier zur Genüge. Obwohl der Sound vor Kitsch so überquillt, weiß man es dennoch zu schätzen und lässt sich darauf ein. Abspielen und mit ein paar Kumpels durch die Bude springen oder Arm in Arm euphorisch die Texte mitsingen.

Anspieltipps:
Black Horizon / My Last Conceit / Sway / The Hammer / Close To The Edge

Video

Trackliste

01 Black Horizon
02 My Last Conceit
03 Defy Disgrace
04 Forsaken
05 Only The Sun Remains
06 My Pain
07 Sway
08 Breakdown
09 Close To The Edge
10 Beyond The Sky
11 The Hammer

Details

Johnboy – Homepage
Johnboy – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 09.10.2015
Spielzeit: 47:18

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Christopher