Review

Es gibt wieder Arbeit für einen Kuhjungen. Okay, über den Bandnamen von Job for a Cowboy kann man sagen, was man will, sie heißen nun mal so und das auch schon erstaunlich lange. Mit ihrem ersten Demotape in 2004 und der ersten EP namens „Doom“ im Jahre 2005 waren sie Vorreiter des Deathcore. Im Jahre 2007 folgte das erste Album „Genesis“. Auf der Scheibe war der Deathcore verschwunden und purer technischer Death Metal wurde uns präsentiert. Viele fanden das schade, andere haben sich jetzt erst der Band zugewandt. Über die Jahre ihrer Bandgeschichte haben sich Jonny und seine Jungs zu einer der wichtigsten und bekanntesten Death Metal Bands der modernen Zeit gemausert und sind aus dem Metal Blade Repertoire nicht mehr wegzudenken.

Nachdem „Demonocracy“ sehr speziell und überladen war an technischer Raffinesse, ist „Sun Eater“ viel ruhiger und atmosphärischer als alles, was Job for a Cowboy jemals veröffentlicht haben. Die Band ist noch erwachsener geworden. Dieser ruhigere Touch kommt eventuell von Neuzugang Danny Walker von Intronaut. Er leistet bei der Band großartige Arbeit am Schlagzeug und kann seinen bekannten Stil und den von Job for a Cowboy sehr gut miteinander verbinden.

„Sun of Nihility“ war der erste Song, den man von den Jungs bezüglich ihres neuen Albums gehört hat, und wow, was für eine Offenbarung! Minimalistische Gitarren treffen auf einen extrem knurrenden Bass, der sehr im Vordergrund steht. So was kennt man so gar nicht. Das Schlagzeug tut sein Übriges. Walzend und minimalistisch bildet es das Grundgerüst des Songs.

Johny bleibt über das ganze Album konstant. Er hat eine der bemerkenswertesten Death Metal Stimmen da draußen und sie passt wie die Faust aufs Auge. Wer jetzt aber Angst bekommt, dass Job for a Cowboy zu cool für Metal sind, den kann ich beruhigen. „The Stone Cross“ zeigt es ganz gut. Blastbeats und Doublebass Gewitter, gepaart mit fixen Gitarrenriffs. Darunter die kranke Stimme von Jonny. Für die Fans ist definitiv was dabei, allerdings merkt man Job for a Cowboy an, dass sie sich weiterentwickelt haben. Viel Melodie bestimmen die Songs. Diese werden aber immer wieder vom typischen Stil niedergemetzelt. Ein wenig mehr Augenmerk wurde auf die Grooves gelegt, sodass man des Öfteren den Kopf kreisen lassen will oder sich in den Songs verliert, da sie einen mitreißen.

Der Mixer hat dieses Mal wieder sehr gute Arbeit geleistet. Äußerst natürlich und doch gewaltig kommt „Sun Eater“ daher. Das liegt aber auch daran, dass die Songs so geschrieben sind, dass es nicht nur Aneinanderreihungen von Riffs sind, sondern die Konzepte aufgehen. Denkt man an Platten wie „Ruination“ oder gar „Genesis“ zurück, dann konnte man sich alle fünf Sekunden ein neues Riff anhören. Hier sind Riffs fundamental.

Job for a Cowboy (Copyright: Job for a Cowboy)

Job for a Cowboy (Copyright: Job for a Cowboy)

Immer wieder fällt der präsente Bass von Nick Schendzielos auf. Er ist für seine sehr gute Arbeit bei Cephalic Carnage bekannt und spielt seit mehreren Jahren bei den Kuhjungen. Diesen Schritt gehen nicht viele Bands. Wir kennen das: Bass muss auf die Platte, aber den gleich in den Fokus setzen? Auch hier fällt die Parallele zu Intronaut auf. Dem einen oder anderen wird das nicht gefallen.

„Encircled by Mirrors“ ist ein sehr modernes Stück. Fast ein wenig djentig kommt es daher und kann mit Atmosphäre und coolen Riffs aufwarten. Zum Refrain hin öffnet es sich und lässt viel Raum für sphärische Gedanken. Eindeutig einer der besten Songs der Platte.

Fazit: Job for a Cowboy haben ihr Deathcore-Image schon lange abgelegt und zeigen mit „Sun Eater“, was in ihnen steckt. Die Songs sind kraftvoll und sehr erwachsen. Die technische und verspielte Komponente lassen sie natürlich nicht außer Acht, aber die Zeit ist da für mehr Raum und Tiefgang. Wir haben mit solch einer Platte nicht gerechnet und gingen von einer neuen „Demonocracy“ aus. Weit gefehlt. Wem die Jungs noch kein Begriff sind oder wer diesem modernen und brutalen Stil gar nichts abgewinnen konnte, muss unbedingt reinhören, denn „Sun Eater“ wird eine der wichtigsten Platten im Death Metal 2014 sein.

Video

Tracklist

01 Eating the Visions of God
02 Sun of Nihility
03 The Stone Cross
04 The Synthetic Sea
05 A Global Shift
06 The Celestial Antidote
07 Encircled by Mirrors
08 Buried Monuments
09 Worming Nightfall

Details

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Label: Metal Blade
Vö-Termin: 10.11.2014
Spielzeit: 46:41

Copyright Cover: Metal Blade



Über den Autor

Marcus
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