Review

„Here Comes Jackie!“ tönt es aus den Boxen beim Album „Symphonies From The City“ der portugiesischen Band Jackie D..
Dreckiger Punk mit Einflüssen aus Rock und Hardcore prägen den Stil des Quartetts. Thematisch sehr mit der Heimat verbunden und mit dieser gewissen „stay true“-Einstellung. Der Bandname Jackie D. ist quasi ein Synonym für jede Person, die ihr Leben mit den verschiedensten Emotionen durchlebt hat. Und das wollen die Jungs auch mit ihrer Musik zum Ausdruck bringen.

„Symphonies From The City“ bringt eine Menge Energie mit sich und stürmt von Anfang an direkt voran. Zu hören gibt es eine Menge Powerchord-Action mit typischem Punk „Badum-Tschak-Badum-Tschak“-Schlagzeugrhythmus. Dennoch zeigen sich Jackie D nicht eintönig und so werden die zehn Songs abwechslungsreich gestaltet. Gut zu erkennen beispielsweise an der bluesigen Spielart des Basses vor und während der Soli. Ebenfalls gibt man hier sehr gute Slap-Techniken zum Besten.

Es kracht und groovt auf der Platte, aber auch der eine oder andere Song bleibt gut im Kopf hängen. Das gilt unter anderem für „Hello Death“, der sehr melodisch gehalten ist, mit eingängigen Rhythmen und Akkorden; gepaart mit einer harmonisch gut gesetzten Hook. Das Gleiche gilt für den Track „The City“.
Auch versucht man sich gegen Ende mit „Suadade“ an einer lässigen Ballade. Ein wenig zu kitschig und sie unterbricht die vorherige Stimmung, aber trotzdem ein hörenswerter Titel.

Passend zum schmutzigen Sound fügt sich die durch und durch männliche Stimme des Sängers sehr gut ein. Dieser erinnert sehr stark an David Draiman, seines Zeichens Frontmann der Metal Band Disturbed. Aber nicht nur stimmlich ähneln sich die beiden. Gesangstechnisch wurde auch ähnlich agiert: neben den einheitlich melodischen Gesangspassagen schleichen sich gedrückt gesprochene Lyrics ein. Testosteron pur.

Jackie D. (Copyright: Jackie D.)

Jackie D. (Copyright: Jackie D.)

Auch wenn Jackie D. sich Mühe geben, nicht alle Songs gleich klingen zu lassen, fallen doch deutliche Parallelen auf und man hat das Gefühl, am Ende doch wieder den Song davor zu hören. Weiterhin klingen die Backup Vocals sehr kratzig geschrien und fügen sich mal mehr, mal weniger gut in die Titel ein. Hier hätte man die Platzierung ruhig noch einmal überdenken können.

„Symphonies From The City“ klingt dreckig, rockig und melodisch zugleich. Alles in allem ein gelungenes Debüt.
Sobald sich die Jungs im Business erst einmal warm gespielt haben, sorgen sie bestimmt noch für ein paar Knaller. Bis dahin darf man sich ruhig mit diesem energiegeladenen Machwerk zufriedengeben, denn bei dieser Platte macht man alles, außer still sitzen.

Video

Tracklist

01 Middle Finger
02 Leave Me Alone
03 Rat Race
04 Hello Death
05 Nameless Solution
06 Jackie
07 This City
08 Adrenaline
09 Suadade
10 Outro

Details

Jackie D. – Facebook

Label: Infected Records
Vö-Termin: 04.10.2014
Spielzeit: 31:13

Copyright Cover: Infected Records



Über den Autor

Christopher