Review

Die Hamburger Metal-Institution Iron Savior hat auch 2019 ein neues Album mit dem martialischen Titel „Kill Or Get Killed“ am Start.

Zurück zu den >Cosmic Wars<

Bereits mit dem gleichnamigen Opener machen Piet Sielck und seine Männer klar, dass der Fokus diesmal wieder verstärkt auf der Science-Fiction-Komponente – den Cosmic Wars – liegt, von der man versuchte, auf den letzten Veröffentlichungen zumindest etwas wegzukommen. Sielck erklärt:

Wir hatten einfach mal Lust auf was Neues, und ich ließ mich von dem Buch „Der Stern der Pandora“, einem Sci-Fi-Roman, in dem es um die Vernichtung der Menschheit durch eine außerirdische Zivilisation geht, inspirieren.

Überzeugende erste Albumhälfte

Was die musikalische Umsetzung angeht, bleiben sich Iron Savior allerdings treu.

„Kill Or Get Killed“ ist eine amtliche Power Metal-Granate in typischer Iron Savior-Manier. Die unverwechselbare Gesangsstimme von Piet Sielck findet man darin genauso wieder, wie Mehrstimmigkeit im Refrain. Sehr schön integriert ist der Spoken-Part.

Das folgende „Roaring Thunder“ steht dem in Nichts nach, wenngleich der Song insgesamt etwas düsterer gehalten ist. Und Textzeilen wie „Blind believers are marching in the streets“ haben sicherlich nicht ganz zufällig auch einen aktuellen Bezug zum Zeitgeschehen.

Weitere schnelle Nummern gleicher Art und Güte, wie „Eternal Quets“ und „Sinner Or Saint“, werden sicherlich nicht nur bei den Hardcore-Fans des Genres Gefallen finden.

Mit „From Dust And Ruble“ komplettiert ein straighter Track ohne Experimente mit ordentlich Groove die erste Albumhälfte.

Schwächelnde zweite Albumhälfte

Doch dann scheint dem eisernen Retter irgendwie die Munition auszugehen. Tracks wie die mit Rock-Nuancen versehenen „Stand Up And Fight“ und „Never Stop Believing“ kommen über skipbare Mittelmäßigkeit leider nicht hinaus.

Und auch ein „Until We Meet Again“ plätschert, trotz eines aggressiveren Mittelparts, über die gesamte Spielzeit recht belanglos und damit langweilig dahin.

Einzig das schnellere „Heroes Ascending“ und das als Rausschmeißer fungierende „Legends Of Glory“ stechen aus den Tracks der zweiten Albumhälfte noch positiv heraus.

Ermüdungserscheinungen im Songwriting

So relativiert sich nach dem starken Beginn der Gesamteindruck des Albums doch stark.

Iron Savior (Copyright: Thomas Sprenger)

Ja, man muss sogar konstatieren, es bei „Kill Or Get Killed“ mit einer der schwächsten Veröffentlichungen der Hanseaten zu tun zu haben. Woran liegt das? Eine ganze Reihe der neuen Tracks wirken recht fade und ideenlos. Einfach runter gespielte Nummern, ohne echte songwriterische und musikalische Highlights, die es somit auch nicht schaffen, Aufmerksamkeit geschweige denn Nachhaltigkeit beim Hörer zu erzeugen. Viele Ideen wirken zudem nicht konsequent umgesetzt. Auch die Gitarrensoli waren bei Iron Savior in der Vergangenheit schon mal eingängiger und wirken auf dem neuen Album mitunter recht altbacken und nicht auf den Punkt. Insgesamt sind daher echte Ermüdungserscheinungen beim Songwriting nicht zu übersehen. Hier wäre neuer Input wünschenswert.

Fazit

„Kill Or Get Killed“ ist somit leider nur ein mittelmäßiges Power Metal Album unter vielen geworden.

Video

Tracklist

01 Kill Or Get Killed
02 Roaring Thunder
03 Eternal Quest
04 From Dust And Ruble
05 Sinner Or Saint
06 Stand Up And Fight
07 Heroes Ascending
08 Never Stop Believing
09 Until We Meet Again
10 Legends Of Glory

Details

Iron Savior – Homepage | Iron Savior – Facebook | Iron Savior – Twitter

Label: AFM Records
Vö-Termin: 15.03.2019
Spielzeit: 49:37

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde