Review

Aus dem US-Bundesstaat Virginia entfesseln Iris Divine mit dem aktuellen Album „Karma Sown“ einen Sturm, der über Prog-Fans ebenso hinwegfegen soll wie über Freunde der härteren rockigen und metallischen Klänge.

Mit Gruppen wie Rush, King’s X, Alice In Chains, Deftones, Lamb of God, Pantera, Dream Theater und Porcupine Tree vergleicht der Pressetext das vielschichtige Trio, welches so dicht und kraftvoll agiert wie eine fünfköpfige Band.
Mit Größen wie Katatonia, Orphaned Land, Fates Warning und Periphery teilte man sich bereits eine Bühne.
Von all diesen genannten Bands haben sich Iris Divine sicherlich das eine oder andere abgeschaut, sie haben es allerdings zu ihrem „eigenen Ding“ gemacht, sodass „Karma Sown“ immer mal wieder Elemente der „Vorbilder“ durchschimmern lässt, dabei trotzdem sehr eigenständig wirkt.

Ihre Interpretation von gitarrenlastigem Rock, (New) Metal, Alternative und Prog mündet auf „Karma Sown“ in einen Sound, der produktionstechnisch nicht besser hätte ausfallen können. Energetisch spielen Iris Divine ihre Songs nach vorne und klingen dabei frisch, modern und unverbraucht. Mehr als fett und druckvoll schallen die acht Tracks aus den Boxen und laden zum Höherdrehen der Lautstärke ein.

Bei all der Härte geht es auch mal emotional zu, zu verdanken ist dies den schönen Melodien, welche die Titel auch nach der progressiven Verspieltheit immer wieder auf den Punkt bringen, und dem Gesang von Navid Rashid.
Rashid, der neben seiner Stimme auch noch die Gitarrenspuren zum musikalischen Gelingen der Band beisteuert, passt mit seinem Timbre und Ausdruck sowohl zur progressiven Ausrichtung von Iris Divine, noch mehr aber zur (New) Metal-Seite der Band. Mal gefühlvoll, mal mit einem Hauch angenehmer Aggression singt er sich mühelos von Song zu Song, dass es für die Hörer eine Freude ist, ihm über die Dauer von knapp 49 Minuten zuzuhören.

Iris Divine (Copyright: Rob Fortenberry Photography)

Iris Divine (Copyright: Rob Fortenberry Photography)

Umso bedauerlicher ist es daher, wenn sein Gesang durch die Prog-Anteile der Lieder unterbrochen wird.
Nun ist es ja nicht gerade von Vorteil, einer progressiv angehauchten Band genau diese Tatsache vorzuhalten. Trotzdem stehen sich Iris Divine mit ihrer progressiven Ausrichtung ab und zu selbst im Weg. Es ist nicht abzustreiten, dass ihre diesbezügliche Komplexität Vergleiche mit Dream Theater und Co. nahelegt, ebenso ist ihnen ein entsprechendes Talent nicht abzusprechen, und doch klingen diese (meist basslastigen und oft mit Samples verstärkten) Passagen nicht neu oder inspirierend. Obwohl sie hervorragend in die einzelnen Tracks integriert werden und damit weit weniger stören als zunächst angenommen, sind es gerade die Songphasen, die besonders überzeugen, welche die Prog-Frickeleien in den Hintergrund drängen.

Dennoch ist „Karma Sown“ insgesamt betrachtet mehr als gelungen. Iris Divine lassen ihre Hörer auch nach mehrmaligem Hören Neues in ihren Tracks entdecken, der Stilmix ist gelungen und wird soundtechnisch hervorragend in Szene gesetzt und letztlich freundet man sich auch mit den progressiven Elementen an, die zwar nicht innovativ wirken, dafür aber harmonisch in das Klanggebilde der Titel eingebettet wurden.

Video

Tracklist

01 The Everlasting Sea
02 Fire Of The Unknown
03 A Suicide Aware
04 Mother’s Prayer
05 Prisms
06 In Spirals
07 Apathy Rains
08 In The Wake Of Martyrs

Details

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Label: Sensory Records / Al!ve
Vö-Termin: 20.03.2015
Spielzeit: 48:58

Copyright Cover: Sensory Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde