Review

Ernsthaftigkeit schien nie eine Stärke der Band Insanity Alert aus Österreich zu sein, vielmehr tragen sie ihren Humor als eine Art Markenzeichen nach außen. Dahinter steckt klassischer Thrash Metal, mit gelegentlichen Einschüben aus den Bereichen Grindcore oder auch Hardcore. Was auch immer man von „Moshburger“ halten mag, es folgt eigentlich nur dem Gesetz des Pits und das sogar auf ganzer Linie erfolgreich.

Wer auf hartes Riffing und holpernde Drums steht, ist mit Insanity Alert sowieso mehr als gut bedient. Die Jungs bieten in diesen Bereichen einfach alles, was man sich vorstellen kann. Von der Thrash-Hymne durch und durch, bis hin zum zermahlenden Song von so kurzer Laufzeit, dass er vorbei ist, ehe man sich versieht.
Doch warum räumt „Moshburger“ statt einer vollen Punktzahl nur 3,5 Sterne ab? Nun ja, es kann die Hoffnungen, die man in dieses Album setzt, nicht vollkommen erfüllen.

Bis zur Hälfte klingt „Moshburger“ wie ein sehr alltägliches Thrash-Album. Viel Energie ist vorhanden, aber kaum etwas, mit dem Insanity Alert auch darüber hinaus überzeugen können. Live reicht das meistens vollkommen aus. Solange es dröhnt und die Gesangsstimmen schrill sind, soll es einem recht sein.

Auch über den Humor kann man streiten, so etwas fällt ja sowieso immer auf den eigenen Geschmack zurück. Aber so stumpf „Why Is David Guetta Still Alive“ auch klingen mag, an sich folgt man hier nur den üblichen Thematiken. Ein paar sinnlose Songtitel und jede Menge Anspielungen aufs Highwerden später, wirkt das Ganze nur noch billig. Es ist jedenfalls nichts, was nicht jede andere Band, die sich nicht so ernst nimmt, nicht auch schon gemacht hätte.

Doch zwischendurch ploppt aus dem Nichts „Desinfektor“ auf und siehe da: Das Quartett kann auch anders! Die Saiteninstrumente fließen trotz der Hochgeschwindigkeit gut zusammen und das Mainriff weiß im wahrsten Sinne des Wortes zu infizieren.

Insanity Alert (Copyright: Insanity Alert)

Insanity Alert (Copyright: Insanity Alert)

Wenn auch kitschig, fragt man sich, wo Songs wie „Wake & Bake“ die ganze Zeit blieben. Der Ton wird rauer und Insanity Alert packen hier erst so richtig ihren Groove aus. Gleiches gilt für den darauffolgenden Titel „Lord Kill-A-Lot“ – mehr Einfluss anderer Stile und auch mal etwas experimentierfreudiger.

Zum Ende hin flacht „Moshburger“ – was Überraschungen angeht – zwar noch etwas ab, findet u.a. in „March Of The Mentally Ill“ jedoch noch einmal eine nette Hymne, die sich in den Ohren festbeißt.

Bist du ein Fan? Keine Frage, dann haue gerne noch ein oder zwei Sterne oben drauf. Man kann mit „Moshburger“ sicherlich seinen Spaß haben, zumal die Band ihren Sound sehr sympathisch vermittelt.

Video

Trackliste

01 Disco Demolition
02 Life’s Too Short For Long Boards
03 Pact With Satan
04 Desinfektor
05 The Times Are A-Thrashin‘
06 Why Is David Guetta Still Alive
07 Wake & Bake
08 Lord Kill-A-Lot
09 Gonna Rip Your Head Off
10 March Of The Mentally Ill
11 Confessions Of A Crabman
12 Make Up Your Mind Or Die
13 Slimer’s Revenge
14 Metal Punx Never Die!
15 Mushroom Cloud

Details

Insanity Alert – Facebook

Label: This Charming Man Records
Vö-Termin: 23.09.2016
Spielzeit: 26:18

Copyright Cover: This Charming Man Records



Über den Autor

Christopher