Review

Heidnische Klänge zur Weihnachtszeit, das bescherten uns die Spanier Incursed am 24. Dezember 2014, indem sie ihr zweites Studioalbum namens „Elderslied“ auf die Meute an Pagan- und Viking Metal-Fans losließen.

Nachdem ihre EP „Beer Bloodbath“ die Wartezeit darauf bereits gelungen verkürzt hat, gibt es mit „Elderslied“ nun die volle Breitseite der Band in Form von satten 13 Songs.

Und schon der erste Titel „Song of The Ancient“, fungierend als Intro, leitet das Album (auf rein instrumentale Weise) episch und atmosphärisch ein. Doch „Song of The Ancient“ ist nur die Ruhe vor dem Sturm, der mit dem folgenden Lied „Heart of Yggdrasil“ schließlich über den Hörer hinwegfegt. Wie bereits erwähnt steht Pagan/Viking Metal bei Incursed hoch im Kurs und so gibt es entsprechende Klänge auf die Ohren.

Der Sound ist ausgewogen, ausreichend druckvoll und überraschend gut für eine Eigenproduktion.
So steht kein Instrument zu dominant im Vordergrund, während ebenfalls der Gesang harmonisch ins Gesamtgefüge integriert wurde. Eine kleine Ausnahme bildet diesbezüglich der gutturale Gesang.

Rein subjektiv betrachtet gefällt der Klargesang somit sehr viel besser als die Growls. Dies liegt zum einen daran, dass die Stimme des Sängers derart überzeugt und passend zum Sound von Incursed wirkt, dass es eine Freude ist, ihm zu lauschen, zum anderen hätten die gutturalen Passagen deutlicher ausfallen können. Oftmals gehen diese Parts zu sehr unter bzw. münden in einem zu offensichtlichen Genuschel.

Incursed spielen in ihren Songs mit einem abwechslungsreichen Einsatz von hartem Riffing, Picking und Folk-Anleihen sowie mit einem häufigen Wechsel zwischen temporeichen und bedächtigen Tracks.

Incursed (Copyright: Incursed)

Incursed (Copyright: Incursed)

Im Mittelpunkt ihrer Songs stehen gute Melodien, die eingängig ausgefallen sind und damit zu gefallen wissen. So eignet sich eine Nummer wie beispielsweise „The Wild Hunt“ auch als Dauerrotation.
Immer mal wieder traut sich das Quintett, diese gefälligen Momente aufzubrechen, indem Rhythmus- und Melodiewechsel stattfinden oder der gutturale Gesang zum Einsatz gebracht wird. Auch akustische Parts lockern das musikalische Geschehen auf „Elderslied“ einige Male auf.

Wer abschließend noch konkrete Bandnennungen benötigt, um Incursed besser einordnen oder vergleichen zu können, dem sei Alestorm auf alle Fälle genannt, denn häufig blitzen Ideen dieser Band auch und vor allem in den schnelleren Titeln von Incursed auf.

Diejenigen, die sich für Pagan/Viking Metal begeistern, sollten der spanischen Truppe einmal eine Chance geben und in „Elderslied“ reinhören.

Trailer

Tracklist

01 Song of The Ancient (Intro)
02 Heart of Yggdrasil
03 Raging Wyverns
04 The Wild Hunt
05 Beer Bloodbath
06 Tidal Waves
07 Jötnar
08 A Fateful Glare (Interlude)
09 Lady Frost
10 The Undying Flame (Homeland Part II)
11 Suaren Lurraldea (The Land of Fire)
12 One Among a Million
13 Promise of Hope (Outro)

Details

Incursed – Homepage
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Label: Eigenpressung
Vö-Termin: 24.12.2014
Spielzeit: 68:28

Copright Cover: Incursed



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde