Review

In Extremo begehen dieses Jahr ihr 25-jähriges Bandjubiläum und bringen in diesem Zuge ihr neues Album „Kompass zur Sonne“ auf den Markt. Prompt landete das Werk kurz nach der Veröffentlichung auf Platz 1 der Deutschen Albumcharts. Ein Grund mehr, das Jubiläum und zugleich das 13. Studioalbum zu feiern?!

Die Tracks

Der Opener „Troja“ stiftet zumindest sofort gute Laune und bleibt im Ohr. Vor allem der Refrain lädt sofort zum Mitsingen ein, während zu Beginn zunächst nur der Bass zu hören ist, der mit Streichern und schließlich mit dem Schlagzeug ergänzt wird. Ein Dudelsacksolo darf natürlich auch nicht fehlen.

Den Dudelsack lässt auch der Titeltrack „Kompass zur Sonne“ als erstes und ein wenig wehmütig klingend vernehmen. Im Kontrast dazu stehen die durch die verzerrte E-Gitarre eher Metal-lastig ausfallenden Strophen. Auch hier ist der Refrain sehr eingängig und lädt zum (Mit)singen ein.

Ein ebenfalls mitreißender Track ist „Lügenpack“ – trotz des inhaltlich doch ernsteren Hintergrunds. Die Strophen und Refrains warten mit harten Gitarrensounds auf. Lediglich in den Zwischenparts ist der Dudelsack zu hören.

Folgesong „Gogiya“ ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit Russkaja. Nach einer folkloristischen Einleitung ergänzen bekannte Klängen von E-Gitarre, Drums und Dudelsack den Song. Durchaus tanzbar!

Ebenso schmissig ist der nachfolgende Track „Salva Nos“. Mit Flöten und den üblichen Instrumenten wird um die Rettung der Seele gebetet. Eher ruhig, fast schon melancholisch ist hingegen „Schenk nochmal ein“.

Mit „Saigon und Bagdad“ findet sich ein stellenweise sehr Metal-lastiger Track auf dem Album wieder, der dann aber mit dem Dudelsack wieder aufgeweicht wird. Der Refrain ist erneut sehr eingängig und prägt sich somit schnell ein.

In Zusammenarbeit mit Johan Hegg ist der Track „Wer kann segeln ohne Wind“. Hier hat der Frontmann von Amon Amarth die Growl-Parts auf Schwedisch übernommen. Im Intro des Songs lässt sich der Klang eines Hackbretts erahnen. Ansonsten ist der Song an Härte eines Wikingers würdig.

In Extremo (Copyright: In Extremo)

„Reiht euch ein ihr Lumpen“ kann man anschließend als Party-Hit schlechthin bezeichnen. Sowohl die Instrumentierung als auch der Text machen Lust darauf, zu feiern. Ein typisches Werk von In Extremo.

Mystische, düstere Klänge und guttural klingender Gesang prägen das Stück „Biersegen“ zu Beginn. Anschließend wird in lateinischer Sprache gesungen und die fröhlichen mittelalterlichen Klänge untermalen dies auf fetzige Art und Weise.

Die Bonustracks

„Kompass zur Sonne“ wartet darüber hinaus mit zwei Bonustracks auf.

Neben dem Titel „7 Brüder“ findet ein Club Mix des Titels „Saigon und Bagdad“ seinen Weg auf die Scheibe. Dieser wird jedoch eher bei den Anhängern der elektronischen Musik Anklang finden.

Fazit

In Extremo haben mit „Kompass zur Sonne“ ein Werk geschaffen, welches sich dem 25-jährigen Jubiläum als würdig erweist. Der Mix aus Feier-Hits und ruhigen Songs macht das Album abwechslungsreich und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Auch die Gesangparts von Johan Hegg und Georgij Alexandrowitsch Makazaria machen das Werk zu etwas Besonderem.

Video

Tracklist

01 Troja
02 Kompass zur Sonne
03 Lügenpack
04 Gogiya (feat. Russkaja)
05 Salva Nos
06 Schenk nochmal ein
07 Saigon und Bagdad
08 Narrenschiff
09 Wer kann segeln ohne Wind (feat. Johan Hegg)
10 Reiht euch ein ihr Lumpen
11 Biersegen
12 Wintermärchen
13 7 Brüder (Bonustrack)
14 Saigon und Bagdad (Elektro-Version; Bonustrack)

Details

In Extremo – Homepage | In Extremo – Facebook

Label: Vertigo / Universal Music
Vö-Termin: 08.05.2020
Spielzeit: 55:46

Copyright Cover: Vertigo / Universal Music



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem