Review

Kaum steht unser Review zu „Above the Earth, Below the Sky“ geht es gleich weiter mit „Red Forest“, ein Album von If These Trees Could Talk, das ebenfalls über Metal Blade re-released wird. 2012 kam es raus und es stellt sich die Frage: More of the same shit oder überraschen uns If These Trees Could Talk jetzt mal so richtig?

Von beidem ein bisschen. Zum einen legen die Jungs wieder viel Wert auf Emotionen. Mit einigen Effekten bauen sie eine ordentliche Klanglandschaft auf, die an Neuseeland erinnert oder zum Segeln einlädt.
Dabei fällt wieder einmal auf, dass es keinen Sänger gibt. Hat es damals gestört? Nein. Stört es heute? Nein, denn die Band erzählt ihre Geschichten durch die Instrumente.

Im Vergleich zum Vorgängeralbum ist der Sound nicht mehr ganz so roh und wirkt moderner. Auch ist das Schlagzeug weicher, der harte Punch fehlt, was den Songs einen höheren Chillfaktor verleiht. Die Basslines sind smooth und allgemein ist die Härte zurückgenommen. Der Platte kommt es zugute. Man könnte meinen, dass die Sturm-und-Drang-Zeit vorbei ist und die Jungs eher Wert auf Erzählungen legen.

„The First Fire“ zeigt dabei genau auf diesen Fokus. Ruhige Atmosphäre mit Tool-igen Einlagen. Der Song baut auf einem catchy Hauptriff auf, welches sozusagen das Hauptthema bildet. Das wirkt sehr ausgereift und wie aus einem Guss. Ab und an klingen Songs wirklich nach Patchwork, aber hier hat man das Gefühl einfach nicht. Die Scheibe lädt förmlich zum Hören am Stück ein.

Ein weiterer Aspekt von „Red Forest“ ist die Melancholie in den Liedern. Die Tonwahl trifft oft genau ins Schwarze. Allein vom Bandnamen her könnte man meinen, die Natur würde uns gern so viel mitteilen. Was wir besser machen können und wie wir im Einklang zusammenleben könnten. Doch der Mensch hört nicht zu, macht sein Ding und ist ein Egomane. Klingt hart, aber ehrlich. Songtitel wie „They Speak with Knives“ oder „The Gift of Two Rivers“ veranschaulichen das schon recht gut.

If These Trees Could Talk (Copyright: Sondra Kelly)

If These Trees Could Talk (Copyright: Sondra Kelly)

Der Titeltrack kommt sehr fundamental und schwer daher. Die Härte fährt hier wieder hoch und ein doomiger/sludgiger Charakter begleitet das Trauerspiel. In diesen Song kann man sich verlieren und einfach die Augen schließen. Die Vorstellungskraft wird von ganz allein angeregt und nimmt den Hörer mit auf die Reise von If These Trees Could Talk.

Fazit: „Red Forest“ verkörpert die Weiterentwicklung einer Band, die an ihrem Stil festhält und dennoch mit der Zeit geht. Die Platte klingt frisch und lädt zum Verweilen ein. Wir finden hier also keine schnelle Napalm Death-Scheibe, die wir kurz mal bis zum Supermarkt durchgehört haben. „Red Forest“ ist eher ein Beispiel für lange Spaziergänge im Wald oder gar ein Nachmittag auf der Wiese im Sonnenschein. Die Jungs verfolgen ein cooles Konzept, welches gerne immer und immer wieder weiterentwickelt werden darf.

Tracklist

01 Breath of Life
02 The First Fire
03 Barren Lands of the Modern Dinosaur
04 They Speak with Knives
05 The Gift of Two Rivers
06 Red Forest
07 Aleutian Clouds
08 Left to Rust and Rot
09 When the Big Hand Buries the Twelve

Details

If These Trees Could Talk – Homepage
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If These Trees Could Talk – Twitter

Label: Metal Blade
Vö-Termin: 26.01.2015
Spielzeit: 47:36

Copyright Cover: Metal Blade



Über den Autor

Marcus
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