Review

Das Debüt „The Perpetual Gap“ der belgischen Band Human Vivisection wird 2016 so einige Anhänger des Brutal bzw. Slam Death Metal abholen. Vor allem weil die Jungs mit ihrer Platte alles mitbringen, was man braucht, um so richtig in den Genuss eines der abscheulicheren Gesichter des Metals zu kommen.

Dafür legen Human Vivisection schon mal mit einer ordentlichen Produktion vor. Ohne wirkliche Einbußen des Sounds lässt sich das Ganze sehr gut anhören. Keine Übersteuerung und kein Instrument gehen in dem Getümmel unter. Und gleich nach der atmosphärischen Einleitung geht es auch direkt ans Eingemachte. Die Band schlägt einem nur so ihre Gitarren um die Ohren, während die Drums im strengen Groove den Rhythmus zusammenhalten.

Generell kann man sagen, dass man mit „The Perpetual Gap“ von allem etwas bekommt. Der Slam kracht so richtig auf seine Hörer runter und sollten die Jungs mal in schnellere Passagen abdriften, flattern einem hier ebenfalls gehörig die Ohren.
Insbesondere sollte man jedoch den Anflug der technischen Einflüsse hervorheben. Diese finden auch sofort ihren Platz im Titeltrack „The Perpetual Gap“, welcher übrigens trotz seiner vier Minuten einen durchweg unterhaltsamen Song darstellt; besonders deshalb, weil Human Vivisection hier viele musikalische Details zur Unterhaltung einfließen lassen.

Gleiches gilt für „Birth Of A Defective Race“, in dem man sich deutlich melodischeren Riffs hingibt und auch die Arbeit an den Drums legt hier einen ihrer Höhepunkte hin.

Human Vivisection (Copyright: Ben Thijs)

Human Vivisection (Copyright: Ben Thijs)

Leider sind diese kleinen Ausschweifungen auf „The Perpetual Gap“ eher die Ausnahme. Human Vivisection versteifen sich hauptsächlich auf die generischen Aspekte des Brutal bzw. Slam Death Metal. Wirklich schade, wenn man bedenkt, dass die Band mit ihrem Sound viel mehr Charakter hätte schaffen können.
So steht man immer kurz davor, sich nicht von jeder anderen Band des Genres unterscheiden zu können. Einzig die einzelnen Elemente abseits hiervon sorgen dafür, dass eine Menge der Platte auch später noch im Kopf hängen bleibt. Ein gutes Beispiel dafür wäre der letzte Titel „The Inevitable Confine Of Existence“, der zwar nicht mehr mitbringt als ein paar Powerchords und Klavierklänge, aber an sich eine gelungene Abrundung des Albums darstellt.

Wie schon erwähnt, zeugt dieses Debüt von einer einschlagenden Attitüde, da Human Vivisection eine Menge richtig machen und musikalisch auch überzeugend rüberbringen. Wenn die Band jetzt noch ihren eigenen Stil weiter ausarbeitet, ergibt sich viel Potenzial für die weiteren Projekte. Bis dahin kann man sich mit „The Perpetual Gap“ ordentlich die Gehirnwindungen weichklopfen lassen.

Video

Trackliste

01 The Enigma Of Subsistence
02 Age Of Disgust
03 The Perpetual Gap
04 The Transmutation Program
05 Feed The Warmachine
06 From Blaspheme To Viscera
07 Birth Of A Defective Race
08 Consumed By The 4th Dimension
09 Indulging In The Downfall
10 Creation Of The Spiritual Machines
11 The Inevitable Confine Of Existence

Details

Human Vivisection – Facebook

Label: Rising Nemesis Records
Vö-Termin: 20.05.2016
Spielzeit: 35:09

Copyright Cover: Rising Nemesis Records



Über den Autor

Christopher