Review

Die Skalden berichten über stolze Wikingerkrieger in ruhmreichen Schlachten. So oder so ähnlich könnte man das neue Album von Hulkoff beschreiben, welches den prägnanten Titel „Ragnarök“ trägt.

Jenes erscheint als Doppelalbum in zwei Sprachen. Die „Svitjod“-Edition kommt auf Schwedisch und die „Vinland“-Edition auf Englisch daher. Bereits das Vorgängeralbum „Pansarfolk“ verfolgte diesen zweisprachigen Ansatz und erreichte in Schweden u.a. Platz 1 der Physical-Album-Charts. Ob die neue Scheibe, die sich mit Themen aus der nordischen Mythologie und Kultur beschäftigt, an diesen Erfolg anknüpfen kann, klären wir jetzt.

Die Tracks

Das Label Faravid Records beschreibt das Album zunächst folgendermaßen:

Unter dem Solo-Banner HULKOFF liefert der schwedische Outdoorsman, Songwriter und Komponist Pär Hulkoff eine wilde und originelle Mixtur, indem er Volksklänge, uralte Riten und einzigartig erfrischenden Metal verbindet.
Die Musik ist, wie Hulkoff sie bevorzugt, eisenhart und grandios, melodisch und aggressiv, Metal für Wikingerherzen.

Und diese will allen voran der nur knapp 1-minütige Opener „Sigrgaldr“ erobern. Trommeln und mehrstimmiger männlicher Gesang, den man als eine Art Chant oder Kriegsgesang bezeichnen könnte, jagen der Hörerschaft einen wohligen Schauer über den Rücken.

Mit stampfendem Bass und E-Gitarre wird dann der Track „Holmgång“ eingeleitet. Die Trommeln schlagen dazu unerbittlich den Takt. Der Text wird hauptsächlich gesprochen und von mehreren Stimmen unterstützt. Im Refrain könnte man den Text tatsächlich als gesungen betrachten. Auf diese Weise wird die Geschichte packend erzählt. Teilweise sind auch Synthesizer-Klänge zu hören, welche jedoch so gar nicht zum Stil des Tracks passen.

Das folgende Stück „Vápnum“ ist extrem schnell und es ist beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit die Instrumente noch einen vernünftigen Sound erschaffen können. Auch hier wird der Text hauptsächlich wieder gesprochen. Hervorzuheben sind zudem die ausgefeilten Gitarrensoli, die in atemberaubendem Tempo durch die restlichen Instrumente dringen.

Dem Wolfkrieger „Ulfhednar“ ist der nachfolgende Track gewidmet. Bei diesem Titel fallen die Flöten auf, die dezent im Hintergrund zu hören sind. Dies verleiht dem Track doch einen leicht mystischen Touch. Das Tempo ist vorantreibend und der Refrain recht eingängig.

„Hardrádi“ bietet wiederum eine interessante Mischung aus russischer Folkore und Synthesizer-Sound. Unerbittlich schlägt das Schlagzeug den Takt. Vom Stil her erinnert der Song ein wenig an Manowar.

Ein extrem schnelles Tempo weist dann wieder der Refrain von „Till Valhall“ auf. Der Sound des Songs strahlt die nötige Härte aus, die eines Kriegers würdig ist. Zwischendurch gibt es langsamere Parts, die eine Art Gebet an den Allvater Odin beinhalten.

Im Track „Jörmungand“ wird die komplette Geschichte vom Aufstieg und Untergang der Midgardschlange besungen. Die verschiedenen Kapitel werden musikalisch entsprechend dargestellt. So haben die Strophen fast schon einen epischen Charakter, wohingegen der sehr eingängige Refrain zum Schunkeln einlädt.

Hulkoff (Copyright: Pär Hulkoff)

Mit Flöten und Trommeln wird „Hekwos“ begleitet, was zunächst einen klassischen nordischen Sound aus dem frühen Mittelalter vermittelt. Dieser wird dann von brachialen Klängen abgelöst, welche die instrumentalen Zwischenparts darstellen. Die Strophen sind mit Flöte und akustischer Gitarre eher ruhiger gehalten. Auch eine Orgel ist hier zu erahnen.

Mit musikalischer Härte und Brutalität wird der Song „Sänd Dina Korpar“ eingeleitet. Die Strophen sind hingegen fast schon ruhig gehalten, wobei die Orgel den Verlauf des Gesangs nachahmt. Geigen sind in den Refrains zu hören und verleihen dem Sound eine leicht tragische Note. Ein äußerst episch aufgebauter Song.

Bei „Fnfal“ legt das Schlagzeug ein ordentliches Tempo vor, das von der Spielweise an einen Marsch erinnert. Auch hier sind die Strophen eher ruhig gehalten, während der Refrain Odin gewidmet ist und entsprechend hymnisch gestaltet wird. Zwischendurch gibt es einen Part mit Synthesizer-Sound und marschierender Trommel.

Wie zu erwarten, kommt zum Schluss die Götterdämmerung: „Ragnarök“. Mit Streichern, Orgel und Synthesizer-Sound wird der Weltuntergang eingeleitet. Ein episches Intro, für das sich eine Minute lang Zeit genommen wird, um dann die Geschichte vom Untergang der Welt mit Inbrunst vorzuragen. In den Strophen wird dafür die volle kraftvolle Instrumentierung aufgefahren und man weiß, dass es dem Ende zugeht. Ein letztes Aufbäumen vor dem finalen Stoß.

Fazit

Das Album in zweisprachiger Ausführung zu bekommen, mag „nice to have“ sein. Es sei aber angemerkt, dass die Songs auf Schwedisch auf jeden Fall kerniger und authentischer wirken. Schade ist allerdings, dass die Texte hauptsächlich in einer Art Sprechgesang gehalten sind. Der eine oder andere Gesangpart mehr hätte den Tracks sicher gutgetan.


Ragnarök

Video

Tracklist

CD 01 – Svitjod:
01 Sigrgaldr
02 Holmgång
03 Vápnum
04 Ulfhednar
05 Hardrádi
06 Till Valhall
07 Jörmungand
08 Hekwos
09 Sänd Dina Korpar
10 Fnfal
11 Ragnarök

CD 02 – Vinland:
01 Sigrgaldr
02 Holmgang
03 Vápnum
04 Ulfhednar
05 Hardrádi
06 To Valhalla
07 Jormungandr
08 Hekwos
09 Send Me A Raven
10 Fnfal
11 Ragnarök

Details

Hulkoff – Facebook | Hulkoff – Twitter | Hulkoff – Instagram

Label: Faravid / Cargo
Vö-Termin: 22.10.2021
Spielzeit: 41:51 + 41:50

Copyright Cover: Faravid



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem