Review

Der „Samurai der Gitarre“ lässt wieder mal ordentlich die Saiten glühen. Für seinen neuesten Streich „Strangers“ hat sich Tomoyasu Hotei einige Gäste eingeladen – um nur einige zu nennen solch bekannte Größen wie Iggy Pop, Richard Z. Kruspe von Rammstein und Matt Tuck aus der Metal-Truppe Bullet For My Valentine. Auf „Strangers“ präsentiert Hotei ein Feuerwerk aus schneidigen Riffs und dem Einfluss seiner Gastmusiker in einem Crossover vereint.

Bei wem es beim Namen Tomoyaus Hotei noch nicht Klick gemacht hat, dem wird wohl ein Licht aufgehen, sobald die ersten Klänge des Songs „Battle Without Honor And Humanity“ ertönen. Hotei lieferte mit diesem Stück einen der berühmtesten Soundtracks zum Film „Kill Bill“. Dieser Track bildet dazu noch das Schlusslicht auf „Strangers“.

Neben diesem Song gibt es noch drei weitere, die allein aus der Hand von Hotei ohne Gastauftritte entstanden sind.
„Medusa“ legt auch direkt mit leicht orientalischen Tönen los und man wärmt mit diesem Titel die Gitarre schon mal ordentlich auf. Es müsste klar sein, dass Hotei ein Meister seines Fachs ist. Er ist nicht nur technisch versiert, sondern hat auch ein Gespür für ein ansprechendes Arrangement. „Into The Light“ profitiert von seiner Atmosphäre, wohingegen „Departure“ schon fast Urlaubsstimmung aufkommen lässt. Die Riffs wirken locker und der Groove verleiht dem Ganzen den letzten Schliff.

Aber nun zum Hauptteil der Platte, der von den unterschiedlichsten Stil- und Genre-Einflüssen geprägt wird. Bei so vielen bekannten Musikern kann man schon einiges erwarten. Umso überraschender, dass nicht jeder Song von Anfang an so zündet, wie es eigentlich die Intention war. Iggy Pops verruchte Art soll den Titel „How The Cookie Crumbles“ prägen und die pumpenden Rhythmen treiben den Track auch ordentlich nach vorne. Wie zu erwarten vereint „Move It“ Rock mit Industrial, jedoch klingt der Song mit einer vorhersehbaren Art sehr generisch und nur Hoteis Einlagen an den Saiten bringen etwas Abwechslung mit sich.

Ähnlich verhält es sich mit „Kill Or Kiss“. Shea Segers weibliche Stimme soll das Feeling von Pop zurück in den Rock bringen. Dennoch geht dieser Titel beim ersten Durchgang nur am Hörer vorbei.
Nachdem man noch die Wahl hatte zwischen „Kill Or Kiss“, wird es in „Kill To Love You“ thematisch etwas konkreter. Die Stimme vom Bullet For My Valentine-Fronter ist sehr markant, bringt den Song allerdings auch nicht wirklich in Gang. Kaum etwas Prägnantes bleibt hier hängen.

Hotei (Copyright: Hotei)

Hotei (Copyright: Hotei)

Um aber zu den Highlights zu kommen; diese gibt es inklusive Gastmusiker nämlich auch. Einer der besten Titel der Platte ist wohl „Barrel Of My Own Gun“ mit Noko. Es ist eine merkwürdige Mischung aus Western, Ambient und einem Beat, der dem Reggae sehr nahe kommt. Einfach catchy. Auch der zweite Song mit Iggy Pop, „Walking Through The Night“, bringt wieder etwas Böses in „Strangers“ zurück.

Der zweite Versuch von Shea Seger gelingt im Vergleich zum vorherigen deutlich besser. Auf „Texas Groove“ verabschiedet man sich vom Pop und widmet sich dynamischen Melodien, direkt aus dem Saloon.

„Strangers“ ist ein qualitativ gut produziertes Album, Hoteis Riffs sitzen auf den Punkt genau und spielen mit den Stimmen seiner Gastmusiker. Gibt es Highlights, dann sind das auch Highlights, die im Gedächtnis bleiben. In diesem Sinne bekommt der Hörer einen ausgeglichenen Kompromiss aus Kollaboration und eigenem Songwriting. Dennoch fließen die verschiedenen Elemente immer nahtlos ineinander über. „Strangers“ ist damit ein überzeugendes Gesamtpaket.

Video

Trackliste

01 Medusa
02 How The Cookie Crumbles (feat. Iggy Pop)
03 Kill Or Kiss (feat. Shea Seger)
04 Move It (feat. Richard Z. Kruspe)
05 Barrel Of My Own Gun (feat. Noko)
06 Kill To Love You (feat. Matt Tuck)
07 Strangers
08 Walking Throught The Night (feat. Iggy Pop)
09 Texas Groove (feat. Shea Seger)
10 Into The Light
11 Departure
12 Battle Without Honor Or Humanity

Details

Hotei – Homepage
Hotei – Facebook

Label: Universal Music
Vö-Termin: 08.07.2016
Spielzeit: 46:24

Copyright Cover: Universal Music



Über den Autor

Christopher