Review

Wenn es darum geht, Post-Rock mit allerlei Elementen aus dem Noise- und Jazz-Genre zu kombinieren, sind HoaxHoax mit auf die Liste zu setzen. Das Trio bringt auf seiner Platte „Shot Revolver“ mit sechs Songs und einer guten Stunde Laufzeit all das auf einen instrumentalen Punkt.

Zu monumentalen Post-Rock Landschaften bahnen sich im gegensätzlichen Zusammenspiel immer wieder mal die synthetischen, manchmal auch anstrengenden Sounds des Noise an. Der Spagat zwischen diesen beiden Sparten gelingt eigentlich recht gut und sorgt dafür, dass HoaxHoax auch mal über ihre eigenen Grenzen schauen können, ohne dabei ihren musikalischen Kern zu verfälschen.

Besonders sticht der Groove hervor. In Songs wie „Ablution“ kommt vor allem der treibende Bass zur Geltung, aber auch die Drums überzeugen stets mit einschlagenden Rhythmen und halten die meisten Titel damit durchweg dynamisch. Da bekommt dann das Chaos aus wirr anhaltenden Klängen auf „Cerro Torre“ einen positiven Beigeschmack. Allein die Gitarren fallen für den größten Teil durchschnittlich aus.

Wie einseitig „Shot Revolver“ gestrickt sein kann, bemerkt man schon am Einsteiger „Huacos“. Mit einer gesamten Spielzeit von elf Minuten bringt er bis zur Hälfte fast ausschließlich die gleiche monotone Klangabfolge. Es gesellen sich zwar die einen oder anderen Sounds hinzu und auch das Schlagzeug legt zum Ende hin noch einmal nach, aber einen gelungenen Start stellt man sich anders vor.

HoaxHoax (Copyright: HoaxHoax)

HoaxHoax (Copyright: HoaxHoax)

Leider ist es so, dass die Platte oft auf diese atmosphärischen Post-Elemente zurückgreift, wodurch man viel Zeit darauf verbringt, auf den nächsten Knaller der Jungs zu warten; auch wenn es nur vollkommen durchgedrehter, punkiger Noise-Rock ist, solange man nur nicht den ewig gleichen Melodien hinterher laufen muss.

Es gibt Momente, in denen HoaxHoax mit Synths und Rhythmuswechsel das eine oder andere Highlight gut machen können. Oftmals driftet mancher Song aber stark ins improvisierte Jamming ab und es kommt dadurch zu keiner sichtbaren Struktur auf „Shot Revolver“.

Am Ende bleibt zu sagen, dass die Band hier grundsätzlich auf dem Boden der Tatsachen bleibt, was besonders die einschlägigen Tempopassagen und jazzigen Anteile von „Shot Revolver“ in den Vordergrund rücken lasst. Ein wenig zu unbeständig, aber mit guten Ideen, die dann auch regelmäßig erfolgreich umgesetzt werden.

Trackliste

01 Huacos
02 Ablution
03 Cerro Torre
04 Moloch
05 Amaterasu
06 Aral

Details

HoaxHoax – Facebook

Label: Atypeek Music
Vö-Termin: 00.02.2016
Spielzeit: 55:25

Copyright Cover: Atypeek Music



Über den Autor

Christopher