Review

„Nebulae“ – eine Platte, die im Verkaufsregal wohl sofort auffallen würde. Genau so wie der progressive Stil der australischen Band mit Tendenz zum Metal- und Rockbereich.
Mit dem zweiten Album bringen Hemina wieder einmal Melodie mit treibenden Rhythmen in Einklang. Hier wird weniger auf Aggressivität, als mehr auf energetischen Groove gesetzt.

Es gibt „nur“ vier Mitglieder, aber jeder trägt seinen musikalischen Teil zu diesem Werk bei. Sei es nun mit einem Instrument oder mit gesanglicher Unterstützung.

„Nebulae“ zieht den Hörer direkt von Beginn an in seinen Bann. Geht es mit „Before“ noch ziemlich ruhig los, knallt „Nightlives“ einem gleich Gitarrenriffs und elektronische Klänge um die Ohren. Ab sofort wird auch der Gesang positiv aufgenommen; viele verschiedene Lagen und eine besonders markante Kopfstimme, die sofort favorisiert wird, sobald sie zum Einsatz kommt.

Wie es sich für Prog Rock/Metal gehört, kommen komplexe Songstrukturen und Riffs, seien sie nun verzerrt oder akustisch, zum Einsatz. Allerdings bieten Hemina mehr als nur das stumpfe Tonleitern Hin- und Hergeschiebe. Bis zu „Freedom“ wirken deutliche Djent-Einflüsse auf die Titel ein, so wie man sie u.a. von Periphery kennt. Diese stockenden Rhythmen frischen das Hörerlebnis zu dem melodischen, rockigen Gesang zusätzlich auf.

Dennoch denkt man auf „Nebulae“ auch gerne außerhalb des Rahmens. „Lust“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie man aus Progressive noch mehr rausholen kann. Beginnend mit jazzigem Orgelsound und bluesigem Background-Gesang. Im weiteren Verlauf lösen sich pulsierende Leersaiten und grooviger Elektro mit flüssigen Übergängen ab. Dieser immer wieder gern gehörte „Stilbruch“ lässt das Durchlaufen der Platte weniger geradlinig und dazu abwechslungsreicher wirken.

Hemina (Copyright: Hemina)

Hemina (Copyright: Hemina)

In manchen Songs kommen allerdings die Gitarrensoli etwas zu kurz. Sie wirken auch mehr eingeworfen und verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind. Dies wird aber durch duales Spielen beider Saiteninstrumente oft kompensiert und fällt nicht weiter ins Gewicht. Dafür gibt es aber zudem ein paar Keyboardsoli, die zwar äußerst abgefahren wirken, sich aber gut in das Konzept einfinden.

Hemina lassen sich auf „Nebulae“ viel Zeit für ihre Musik und gestalten diese mit ebenso viel Liebe und Details. Mit einer Gesamtspielzeit von einer Stunde kann es dann auch mal vorkommen, dass einem viele der Titel gleich vorkommen. Aber unter diesen hat man zum Schluss doch einen oder zwei Favoriten, die man immer wieder anspielt.

Fans von Prog aller Art dürfen sich mit diesem Album glücklich schätzen. Es bietet zwar viele Klischees des melodischen Genres, gleicht dies aber mit einer gleichen Anzahl an modernen und unterschiedlichen Ansätzen wieder aus. Und diese wahnsinnig hohe Kopfstimme wird einem für die nächste Zeit nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Melodisch und zu keiner Zeit langweilig.

Video

Trackliste

01 Before
02 Nightlives
03 Freedom
04 Lust
05 Soulmates
06 Strength
07 Loss
08 Hope
09 Promise
10 Otherwordly

Details

Hemina – Homepage
Hemina – Facebook
Hemina – Twitter

Label: The Bird´s Robe Collective / Just For Kicks
Veröffentlicht: 21.11.2014
Spielzeit: 58:21

Copyright Cover: Bird’s Robe Records



Über den Autor

Christopher