Review

Hellyeah lassen es krachen!

Bereits der Opener „Sangre por Sangre (Blood for Blood)“ ist perfekt geeignet, um bis zum Genickbruch zu bangen. Schon die ersten Sekunden nehmen den Hörer gefangen und zwingen ihn geradezu, die Lautstärke bis zum Anschlag aufzudrehen und anschließend sämtliche Extremitäten ekstatisch zu bewegen. Zusätzlich verlangt der eingängige wie simple Refrain danach, ihn mitzubrüllen. Ein genialer Einstieg!

Das nun folgende „Demons in the Dirt“ lässt keinerlei Ruhepause zu, denn auch dieser Track gibt von der ersten Sekunde an Vollgas und will dementsprechend abgefeiert werden. Insbesondere der Refrain erinnert entfernt an Marilyn Manson oder Rob Zombie, wirkt aber nicht abgekupfert. Immer wieder spielen Hellyeah mit der Geschwindigkeit und sorgen so nicht nur für Abwechslung, sondern auch dafür, dass „Demons in the Dirt“ eine gewisse Kantigkeit bekommt, die der Nummer durchaus guttut.

„Moth“ startet druckvoll, geht aber nach wenigen Sekunden geschwindigkeitstechnisch auf fast balladeskes Niveau. Es wird auch weniger gebrüllt, sondern größtenteils klar gesungen. „Moth“ bietet daher eine willkommene Verschnaufphase, um sich ein wenig von den vorigen Tracks zu erholen. Immer wieder wird „Moth“ ein wenig härter, vor allem zum Refrain hin. Dies ist hervorragend umgesetzt und sorgt für Abwechslung. „Moth“ wird trotz des ruhigen Ansatzes auch nach etlichen Durchläufen nicht langweilig.

„Hush“ ist eine Mid-Tempo-Nummer, die man ebenfalls nicht hören kann, ohne zumindest mit dem Kopf zu wackeln. Der Aufbau ist sehr spannend, denn die Musik wirkt ein wenig ruckelig, was dem Song aber gut bekommt. Im Mittelteil überrascht den Hörer ein recht ruhiger Part, der gekonnt eingebettet wurde.

Hellyeah (Copyright: Hellyeah)

Hellyeah (Copyright: Hellyeah)

Das Ende dieser Scheibe markiert „Black December“. Hellyeah bewegen sich abermals im mittleren Temposegment, haben aber dennoch einen recht harten Refrain integriert. „Black December“ entwickelt sich permanent weiter, was sich sowohl durch wechselnde Geschwindigkeit als auch durch stilistische Veränderungen äußert. Eine Kombi, die gelingt, denn „Black December“ bleibt durchweg stimmig und stellt einen hervorragenden Ausstieg aus dem Album dar.

Hellyeah haben mit „Blood for Blood“ eine CD an den Start gebracht, welche nicht nur äußerlich rund ist, denn jeder Song ist offensichtlich mit viel Herzblut entstanden. Füller gibt es nicht, jede Nummer ist zu Recht auf der Platte verewigt.
Trotz eines großen Abwechslungsreichtums harmonieren die Tracks sehr gut miteinander und bilden ein stimmiges Gesamtkonzept, an dem man sich so schnell nicht satthören kann.
Stilistisch ist von hartem Metal bis zu rockigen Balladen alles vertreten. Dabei gehen Hellyeah stets eigene musikalische Wege und halten sich von ausgetretenen Pfaden fern. Ein definitiver Kauftipp!

Video

Tracklist

01 Sangre por Sangre (Blood for Blood)
02 Demons in the Dirt
03 Soul Killer
04 Moth
05 Cross to Bier (Cradle of Bones)
06 DMF
07 Gift
08 Hush
09 Say when
10 Black December

Details

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Label: Eleven Seven Music
Vö-Termin: 06.06.2014
Spielzeit: 40:00

Copyright Cover: Eleven Seven Music



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.